GELD ODER LEBEN

für ein Konjunkturpaket zugunsten der Freien Darstellenden Künste in Hessen

Arbeitstagung zur Erstellung und Diskussion von Forderungen und Ideen

Ort und Datum: Samstag 21.11. ab 10:30 im Studierendenhaus Frankfurt


ES EILT!!! Die mangelnde Förderung der freien Darstellenden Künste durch die hessische Landesregierung ist schon lange ein unmöglicher Zustand. Egal welche Parteien die Regierung bildeten: Eine gezielte Förderung der freien Tanz- und Theaterschaffenden findet nicht statt. Zwar ist Kulturpolitik Hoheitsrecht der Länder. Aber Hessen kommt dieser Verpflichtung nur unzureichend nach und befindet sich im Vergleich mit anderen Bundesländern am unteren Ende der Skala.

DIE FOLGE: Abwanderung! Die hessische Theaterakademie hat mit der ATW in Gießen, der HFMDK Frankfurt, dem Institut für TFM Frankfurt u.a. rennomierte Ausbildungsinsitutionen für die Darstellenden Künste, welche international renommierte KünstlerInnen der freien Szene hervorgebracht haben. Doch angesichts der quasi nicht vorhandenen Förderung durch das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst müssen die meisten, um zu überleben, das Land verlassen. Auch vielen etablierten Kollegen, sowohl Künstlern, als auch Veranstaltern, geht angesichts der schlechten finanziellen Lage die Luft aus. Weitere Folge: Entwöhnung des Publikums an Theater und Tanz.

WAS STEHT AUF DEM SPIEL? Freie Darstellende Künste sind bundesweit Marktführer im Kinder- und Jugendtheater (Zitat Bundespräsident Horst Köhler), sie bringen Theater in die abgelegensten Gebiete, sie sind der Motor der Szene durch ästhetische Innovation und neue Arbeitsformen, sie sind Vorreiter auf dem Gebiet kultureller und ästhetischer Bildung, sind international und interkulturell vernetzt, sie bringen neue Zuschauerschichten zu Tanz und Theater Und sie sind einfach zeitgemäß flexibler, mobiler, innovativer.

WIR MACHEN ERNST!!! Wir lassen uns nicht länger mit kleinen Beträgen abspeisen. Während Frankfurt immer mehr Geld für die freie Szene bereitstellt und genau wie Darmstadt seine Förderkriterien erneuert hat, während in kleinen Städten wie Rüsselsheim, Wiesbaden oder Offenbach neue Initiativen, Festivals und Spielorte entstehen befindet sich die Landesregierung im Dornröschenschlaf. Es reicht! Jetzt muss etwas passieren im Land. Deswegen treffen sich Darstellende KünstlerInnen aus Hessen, um gemeinsam zu fordern: GELD ODER LEBEN. Wir brauchen bessere Förderungen und neue Strukturen, ja sogar ein ganzes KONJUNKTURPROGRAMM, sonst geht den freien Darstellenden Künsten in Hessen die Puste aus.


JETZT ODER NIE! Künstler/innen aus Hessen vernetzen sich bei GELD ODER LEBEN und sammeln Ideen und Forderungen für ein KONJUNKTURPAKET, also einer systematische Politikfür die freien Darstellenden Künste. Im vergangenen Mai haben bei einem Symposion in Berlin freie Darstellende KünstlerInnen aus ganz Deutschland gemeinsam Forderungen zur Verbesserung ihrer ökonomischen Lage zusammengetragen. Hintergrund ist ein Künstlerreport zur freien Darstellenden Kunst, eine umfassende Qualitative und quantitative Studie. GELD ODER LEBEN versteht sich als Fortführung dieser Initiative auf Länderebene.



Ablauf


10:30 Begrüßung und Einleitung


11:00 Arbeitsgruppen

I.Einkommen und Förderung

Soll sich mit den Förderstrukturen, ihrer Weiterentwicklung, Mindestlöhnen etc. beschäftigen.

Moderation: Jan Deck/Franziska Lüdtke. Gäste: Bernd Wagner (Kulturpol. Gesellschaft), Peggy Mädler (Dramaturgin und Kulturwissenschaftlerin)


II.Weitere Tätigkeitsfelder Für Darstellende Künstler
Soll sich mit neuen Feldern der Beschäftigung für Künstler beschäftigen: dem Thema Theater und Schule, der „Verflüssigung“ zwischen Kultur und Sozialem, Stadtteilprojekten und „Transition“ für Tänzer/innen.

Moderation: Wiebke Dröge/Katja Hergenhahn. Gäste: Bernd Hesse (LAKS Hessen/angefragt), Melanie Franzen (tanzlabor21), Ilona Sauer (ASSITEJ)


III.Ausbildung und Weiterbildung
Soll sich beschäftigen, wie AbsolventInnen auf den Berufsmarkt in der freien Szene vorbereitet werden können und wie ein Weiterbildungsprogramm für alle Darstellenden Künstler aussehen könnte.

Moderation: Steffen Popp/Norbert Pape. Gäste: Philipp Schulte (Hess. Theaterakademie), Sören Fenner (theaterjobs.de)



13:00 Mittagspause

14:00 Weiterführung AGS

16:00 Plenum

17:00 Gespräch mit Kulturämtern hessischer Städte

Mit Carolina Romahn (Leiterin Kulturamt Frankfurt), Marco Mazza (Kulturamt Darmstadt), Karin Krömer (Kulturamt Rüsselsheim/ angefragt), N.N. (Kulturamt Kassel), Ludo A. Kaiser (Kulturbüro Offenbach/angefragt)

18:30 Pause

19:30 Podiumsgespräch mit MdLs aus Hessen

Hans-Jürgen Irmer (CDU/angefragt), Gernot Grumbach (SPD/angefragt), Jochen Paulus (FDP), Sarah Sorge (Grüne). Moderation: Ruth Fühner (HR2)


21:00 Tanzpanorama- Vorstellung

Kurze Tanzstücke


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Perspektiven 2013

Neue Strukturen für die freien Darstellenden Künste in Frankfurt

I. Vorwort

Die Frankfurter Theaterszene wird immer vielfältiger und experimenteller. Tanz, Theater, Performance, LiveArt und andere Sparten verschränken sich zu neuen Mischformen. Das Interesse daran, neue Formen des miteinander Arbeitens und Performens weiterzuentwickeln, wird überall spürbar - ebenso wie Interdisziplinarität und Intermedialität, überregionale Vernetzung. Gearbeitet wird sowohl an klassischen Theaterorten, als auch im öffentlichen Raum und an neu erschlossenen Orten. Wir fassen dieses neue Konglomerat an Formen und Kooperationen unter dem Begriff „Darstellende Künste“ zusammen. Diese Entwicklung findet statt an Spielorten wie dem Mousonturm und dem Gallus Theater, sowie beim Tanz im Umfeld der Forsythe Company und dem tanzlabor21 und den Hochschulen und Akademien der hessischen Theaterakademie. Das Theaterhaus hat seine Bedeutung als Produktionsort für Kinder- und Jugendtheater. laPROF, der Landesverband Professionelles Freies Theater Hessen, vertritt die Interessen dieser Künstler, berät sie und schafft ein Forum des Austausches.

Leider erschweren die politisch-strukturellen Rahmenbedingungen in Frankfurt professionelle Arbeit im Bereich der Freien Darstellenden Künste. Sie sind ausgerichtet auf feste Ensembles mit überwiegend eigenen Spielstätten, die städtischen Projektzuschüsse sind von zu geringer Höhe und nur für das laufende Haushaltsjahr zu bekommen. Solche Strukturen sind für innovative Theateransätze nicht zeitgemäß. In den letzten Jahren war es deshalb für Vertreter neuer Tanz- und Theaterformen nicht möglich, in Frankfurt weiterzuarbeiten, es kam zu regelmäßiger Abwanderung. Viele der Abgewanderten sind mittlerweile anderswo zu anerkannten Größen der Darstellenden Kunst geworden.

Wir wollen dieser Entwicklung nicht länger tatenlos zusehen. Die meisten von uns haben in Frankfurt ihren Lebensmittelpunkt und wollen ihn nicht aufgeben. Andere wollen zukünftig in Frankfurt leben und arbeiten. Wir wollen nicht abwandern, sondern dazu beitragen, dass sich hier eine innovative und international relevante Szene entwickeln kann. Deshalb fordern wir eine behutsame, aber nachhaltige Veränderung der Strukturen in Frankfurt. Wir brauchen flexible und zeitgemäße Strukturen, die uns professionelles Arbeiten ermöglichen. Wir brauchen Strukturen, die über mittelfristige Zeiträume Planungssicherheit gewährleisten, ohne alle Mittel dauerhaft festzuschreiben. Und die verschiedene Ansätze der Darstellenden Kunst in Koexistenz ermöglichen.

In vielen Städten sind ähnliche Veränderungen in den letzten Jahren bereits vorgenommen worden. Gerade in Großstädten wie Berlin, Hamburg, Stuttgart oder Wien ist man diesbezüglich weiter, was zur positiven Entwicklung der freien Szene an diesen Orten geführt hat. Wir fordern deshalb, dass sich eine Perspektivkommission mit den freien Darstellenden Künsten beschäftigt und langfristig orientierte Vorschläge für neue Rahmenbedingungen gemacht werden. Zusätzlich fordern wir kurzfristige Maßnahmen.

Wir – das sind Künstlerinnen und Künstler aller Altersstufen und Sparten der Darstellenden Kunst. Wir arbeiten in Frankfurt oder wollen hier zukünftig arbeiten. Seit ein paar Monaten sind wir in einem intensiven Austausch und haben uns über die Herangehensweisen anderer Kommunen informiert. Nach diesem Diskussionsprozess wollen wir nun für eine grundlegende Veränderung unserer Arbeitsbedingungen werben.

Frankfurt 2030 – diese Perspektivdiskussion muss auch die Künste umfassen, die im Rhein-Main-Gebiet mittlerweile ein großer Wirtschaftsfaktor geworden sind. . Die freien darstellenden Künste sollten dabei einen besonderen Stellenwert einnehmen. Doch bis 2030 zu warten reicht uns nicht, die Veränderungen müssen jetzt eingeleitet werden, sonst ist es zu spät. Deswegen setzen wir dem die Perspektive 2013 entgegen. Denn weiterentwickelte Strukturen für uns sind das beste Konjunkturprogramm.

II. Weiterentwicklung und Sofortmaßnahmen


A) Strukturen der Förderung

1. Die Förderung für freies Theater, Tanz und Performance braucht mehrere, unterschiedliche und flexible Möglichkeiten:

I)Institutionelle Förderung soll es weiterhin geben. Auch sie sollte jedoch zeitlich befristet werden. Sie sollte ausschließlich für Ensembles mit Spielstätten gelten und nur die Mittel zur Erhalt der Infrastruktur bereitstellen. Bedingung dafür ist eine Offenheit für Gastspiele anderer Projekte.
II)Projektförderung sollte weiterhin gewährt werden.
III) Basisförderung fördert für eine bestimmte Zeit (2-3 Jahre) basale Kosten eines Ensembles oder künstlerischen Zusammenhanges. Sie wird bereits u.a.in Hamburg und Berlin erfolgreich praktiziert.
IV) Konzeptförderung fördert für eine bestimmte Zeit (zumeist 3 Jahre) ein mehrteiliges Konzept oder eine Reihe von Stücken. Sie wird bereits erfolgreich in Stuttgart und Wien praktiziert. Der Fonds Darstellender Künste hat sie vor kurzem ebenfalls eingeführt. Voraussetzung: Konzeptförderung auch von der Kommune.
V)Nachwuchsförderung, speziell für Abgänger hessischer Hochschulen, könnte neuen Gruppen den Einstieg in die Professionalität ermöglichen
VI) Aufführungsförderung ist ein in Baden-Württemberg eingeführtes Mittel, um mehr Aufführungen eines bereits erarbeiteten Stückes zu ermöglichen. Sie wird ab der 6. Aufführung gewährt.

2. Einzelne Künstler und Künstlergruppen sollen die Möglichkeit bekommen, zwischen den verschiedenen Fördermodellen zu wechseln, dies gilt explizit auch für die institutionelle Förderung.

3. Gefördert werden sollen Gruppen, Einzelkünstler und Netzwerke von Theater- Tanz und Performance-Schaffenden.

4. Der Etat der Projektförderung muss deutlich erhöht werden. Etats für Basis-, Konzept-, Nachwuchs- und Aufführungsförderung sollen neu eingeführt werden. Auch der Betrag einer Einzelförderung wird erhöht auf bis zu 25.000- 30.000 € pro Projekt, was in den meisten anderen Großstädten bereits normal ist.

5. Anträge auf Förderung sollen an mindestens zwei Terminen pro Jahr entgegengenommen und jeweils nach spätestens 6 Wochen beantwortet werden. Zusagen für das darauffolgende Kalenderjahr müssen auch schon beim ersten Termin des vorhergehenden Jahres möglich sein. Damit alle Frankfurter Gruppen Chancen auf Kulturförderung durch den Bund z.B. über den Fonds Darstellender Künste haben, brauchen sie rechtzeitige feste Zusagen über kommunale Förderung.

6. Die Entscheidungen zur Vergabe von Fördermitteln sollte durch einen Beirat erfolgen, der aus ca. 6 Personen bestehen könnte. Dieser Beirat würde je zur Hälfte auf Vorschlag der freie Theaterszene und des Kulturamtes besetzt. Dabei sollten mehrheitlich nicht in Frankfurt tätige Experten berücksichtigt werden. Die Mitglieder des Beirates sollen eine angemessene Aufwandsentschädigung erhalten. Alle Fördermodelle sollen zeitlich befristet und einer regelmäßigen Qualitätssicherung unterworfen werden.


B) Arbeitsräume

1. Es muss unterschieden werden zwischen Räumen zur Produktionsentwicklung und Räumen zum Austausch, Forschung und Entwicklung von Konzepten. Räume zur Produktionsentwicklung sind hauptsächlich an Spielstätten angesiedelt und leide auch nicht in ausreichender Menge vorhanden. Räume zur Entwicklung von Konzepten und Projekten fehlen bisher komplett. Gerade Tänzer, bei denen regelmäßiges Training für professionelles Arbeiten notwendig ist, brauchen feste Arbeitsräume.

2. Ideal dafür wäre als erster Schritt ein Zentrum mit 2 Probenräumen, einem größeren Büroraum und einem Besprechungsraum. Darin können mehrere Künstler und Netzwerke regelmäßig arbeiten und weiteren Künstlern Arbeitsmöglichkeiten gewähren. Langfristig sollen Räume gefunden werden, in denen eine große Anzahl Gruppen gleichzeitig arbeiten kann. Auch Projekten aus dem Kontext der Theaterakademie sollen diese Räumlichkeiten offenstehen.

3. Bei diesen Räumen soll der Austausch im Vordergrund stehen, es werden auch interne Showings veranstaltet.

4. Mit Rücksicht auf die freie Tanzszene sollen einige der Räume mit professionellem Tanzschwingboden und Spiegel ausgestattet sein.

5. In den Büroräumen mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt sollte ein professionelles Produktionsleiterteam aufgebaut werden, um die freie Szene bei der Produktion ihrer Projekte zu unterstützen.

C) Spielstätten

1. Das Gallus Theater als bereits bestehende Spielstätte muss finanziell deutlich besser ausgestattet werden, um 1-2 weitere Arbeitskräfte beschäftigen zu können, damit die Arbeitsbedingungen für alle dort verbessert werden können. Das Künstlerhaus Mousonturm mit seiner überregionalen Bedeutung sowie das Theaterhaus mit seinem Fokus auf Kinder – und Jugendtheater gehören zur Basis der freien Theaterszene, weshalb ihre Förderetats weiterhin gewährleistet bleiben müssen.

2. In Frankfurt ist eine weitere, neue Spielstätte nötig, deren Profil zwischen der internationalen Ausrichtung des Mousonturms und der lokalen, zum Teil semiprofessionellen Ausrichtung des Gallus Theater liegt.

3. Die Räume der neuen Spielstätte müssen für verschiedene Formate Darstellender Kunst geeignet sein.

4. An dieser Spielstätte sollte ein fachkompetentes Team beschäftigt sein, das für Profil des Hauses zuständig ist.

5. An dieser Spielstätte sollten Residenzen eingerichtet werden für Gruppen, die Konzeptförderung der Stadt Frankfurt bekommen . An diese Residenzen sollte die inhaltliche Arbeit der Spielstätte teilweise angeknüpft werden.

III. Bestandsaufnahme und Perspektiventwicklung


1. Eine Bestandsaufnahme der aktuell vorhandenen lokalen freien Szene durch Befragung der Freien Szene und von Experten ist notwendig, um langfristige Planungen zu ermöglichen. Daran sollte die Entwicklung eines Perspektivplanes für die freie Darstellende Kunst in Frankfurt gekoppelt werden.

2. Auf deren Basis sollte ein Profil der Freien Szene erstellt werden, was 1. ihre soziale Lage, 2. ihr künstlerisches Profil und 3. ihre Bedürfnisse angeht.

3. Auf Basis dieser Bestandsaufnahme soll ein Perspektivplan entwickelt, der die Förderung in Frankfurt grundsätzlich umstrukturiert. Diese Umstrukturierung soll in jedem Fall sozial verträglich ein.

4. Die Mitglieder der Perspektivkommission sollte künstlerischen Weitblick besitzen und ein Wissen über die Freie Szene und darüber haben, wie eine lokale Szene in eine international vernetzte Szene transformiert werden kann.

5. Die Besetzung der Kommission wird zur Hälfte von der Freien Szene bestimmt, die restlichen Jurymitglieder bestimmt das Kulturamt. Die Ausschreibung für Kommission sollte national geschehen.

6. Geplanter Zeitraum für die Entwicklung eines Perspektivplans: 1-2 Jahre.






Erstunterzeichner/innen: Florian Ackermann (freier Dramaturg), antagon theaterAKTion, Oliver Augst (Komponist, Sänger, Performer, Bühnenbildner/textXTND), Despina Apostolou (Pianistin/ freies Musiktheater), Ania Aristarkhova (Tänzerin), Allison Beaun (Choreografin, Tänzerin), Ana Berkenhoff (Tanz- und Theaterschaffende), Verena Billinger (freie Theaterschaffende), Stepháne Bittoun (Regisseur und Schauspieler), Celine Bräunig (Tänzerin), Marcel Daemgen (Komponist, Musiker, Performer/ textXTND), Jan Deck (freier Regisseur und Dramaturg/ Profi Kollektion), Isabelle Drexler (Tänzerin, Choreografin/ kaltlichtfontäne), Wiebke Droege (Tänzerin und Choreografin/ ohnepunkt company), Michaela Ehinger (Schauspielerin, Performerin/ textXTND), Barbara Englert (Theater be), Adelheit Engst (Dramaturgin/ Theater Tamen The), Stefanie Fiedler (freie Tanzdramaturgin), Isabelle Gatterburg (freie Tänzerin), Noah Gelber (Tänzer und Choreograf), Reiner Hartel (paradiesmedial), Célestine Hennermann (freie Dramaturgin, Choreografin, Regisseurin), Katja Hergenhahn (Ampere Theater), Jule Hillgärtner (red park), Anka Hirsch (Musikerin/trirakel-texte-töne-theater), Stefan Hölscher (freier Tanzschaffender), Anca Huma (Tänzerin und Performerin), Riccardo Ibba (ENSEMBLE2), Katharina Kellermann (freie Theaterschaffende), Lutz Kessler (freier Regisseur und Dramaturg/ Kunstverein Betonnen), Brigitte Leistikow (Leiterin Projekthaus Leistikow), Eric Lenke (Sänger), Ariel Nil Levy (Regisseur, Autor, Performer), Stefanie Lorey (freie Regisseurin/ Auftrag:Lorey), Iannis Mantafounis (Tänzer, Performer, Choreograf), Boris Nikitin (Regisseur) ,Norbert Pape (Tänzer und Choreograf), Nicole Peisl (Tänzerin und Choreografin), Steffen Lars Popp (Regisseur und Autor/ Helfersyndrom), Nadine Rehm (Tänzerin und Performerin), Jean Renshaw (Choreograf und Regisseur), Anthony Rizzi (Tänzer und Choreograf), Sabine Roller (Schauspielerin), Paula Rosolen (freie Performerin und Choreografin), I. Rutio (Choreograf und Performer). Heike Scharpff (Regisseurin), Yasna Schindler (Tänzerin und Choreografin), Lars Schmidt (Dramaturg/ red park), Gregor Michael Schober (ENSMEBLE2), Sebastian Schulz (freier Theaterschaffender), Angelika Sieburg (WuWeiTheater), Georgios Slimistinos (Zwischenzeit Theater), Vicky Söhntgen (Choreografin und Tänzerin), Verena Specht-Ronique (Schauspielerin / The@rt), Evelin Stadler (Tänzerin und Choreografin), Tim Stegemann (Schauspieler), Tobias Steiner (The@rt), Iris Tenge (Choreografin), Jörg Thums (red park), Nine Louise Vallon (Tänzerin, Performerin, Choreografin), Andreas Walter-Schrodth (Schauspieler und Regisseur), Andreas Wellano (WuWeiTheater), Susanne Zaun (freie Regisseurin)

Leaving the route 4: Freies Theater und Ökonomie

Symposion von laPROF

12.-14.12. 2008 im Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt

Die Anfänge des freien Theaters waren dadurch geprägt, dass jenseits des strukturell wie ökonomisch unflexiblen staatlichen Theaters neue Modelle des miteinander Arbeitens und Wirtschaftens ausprobiert wurden. Im Unterschied zum gesicherten Status als Angehöriger der Stadt- und Staatstheater erhoffte man sich Unabhängigkeit und mehr ökonomische Flexibilität durch die Selbstständigkeit als „freier Künstler“.

Unbestreitbar hat das freie Theater bis heute großen Einfluss auf die ästhetische Entwickelung der Darstellenden Kunst, seine ökonomische Basis wird aber immer mehr zum Problem. Nicht nur, weil öffentliche Mittel knapper werden, sondern weil die freie Szene Förder- und Produktionsstrukturen entwickelt hat, die eine dauerhafte ökonomische und soziale Sicherung erschweren. Wie könnten neue ökonomische Konzepte aussehen, welche eine Zukunft der freien Theaterszene sichern? Unter welchen Bedingungen arbeitet die freie Szene heute?

Ökonomie war seit der Entstehung bürgerlicher Theaterinstitutionen im Kontext der Aufklärung ein zentrales Thema. Die Emanzipation von der höfischen Theaterkultur führte schließlich zu einer weitgehenden Kommerzialisierung des Kulturbetriebs. Dagegen richtete sich anknüpfend an das politische Theater der Moderne seit den 1960er Jahren eine erneute Aufbruchsbewegung: Gerade in der freien Szene wurde Gesellschaftskritik zumeist mit der Kritik an ökonomischen Ungerechtig­keiten verbunden. Sind solche politischen Positionen aber nicht zynisch angesichts der Tatsache, dass die freie Theaterszene durch ihr eigenes Arbeiten ständig auch selbst diese Strukturen reproduziert, die sie öffentlich kritisiert? In welchem Verhältnis steht die Ökonomie künstlerischer Arbeit zur Ökonomie eines immer mehr von Konkurrenz und Verdrängung geprägten Unterhaltungsmarktes? Wie thematisieren zeitgenössische Tanz- und Theaterkünstler ökonomische Prozesse? Diesen und weiteren Fragen wird das Symposion im Austausch mit einer Reihe von Experten nachgehen.

Vorträge, Tischgespräche und Workshops mit Adrienne Göhler (Autorin/Berlin), Barbara Gronau (Theaterwissenschaftlerin/Berlin), Michael Opielka (Sozialwissenschaftler/Jena), Alexander Opitz (Vorsitzender Bundesverband Freier Theater/Baden Baden), Patrick Primavesi (Theaterwissenschaftler/Leipzig), Jochen Roller (Choreograf/Hamburg), Elke Schmidt (Festivalleiterin „Wunder der Prärie“/Mannheim), Katrin Tiedemann (Leiterin FFT Düsseldorf) u.a.

Zeitrahmen für das Symposion: Fr 17.30-19.30; Sa 10-20.30; So 10-17.30

Eine Veranstaltung von laPROF Hessen, kuratiert von Angelika Sieburg und Jan Deck

Mitarbeit: Rainer Hartel und Ludwig Maria Vogl

Anmeldung bis 10.12. unter: info@laprof.de

Teilnahmebeitrag (mit Buffet):

gesamtes Wochenende: 40 Euro (30 ermäßigt)
Tageskarte Sa/So: 25 Euro (20 ermäßigt)

Timetable

Freitag 12.12.


17.30 – 18.00 Eröffnung und Begrüßung: Jan Deck

18.00 – 19.00 Vortrag: Patrick Primavesi: „Zur (un)möglichen Ökonomie des Theaters“

(Buchvorstellung: Das andere Fest. Theater und Öffentlichkeit um 1800,
Campus Verlag, Frankfurt/Main 2008)

(20.00 Aufführung im Theatersaal: Massimo Furlan: Sono qui per l'amore)

21.00 Performance im Studio: PostTheater: Napoleon D.
anschließend Publikumsgespräch



Samstag 13.12.


10:00 – 10:30 Begrüßung und Grussworte

10:30 – 11:00 Einleitung Angelika Sieburg

11:00 – 13:30 „Freies Theater zwischen Autonomie und Selbstausbeutung“
Statements von Katrin Tiedemann und Alexander Opitz anschließend Tischgespräche

13:30 – 14:30 Mittagspause

14:30 – 17:00 „Zwischen Kunst und Dienstleistung – was leistet die freie Szene?“
Statements von Gordon Vajen, Melanie Suchy , Katja Hergenhahn anschließend Tischgespräche

17.00-17.15 Pause

17:15-18:45 Verflüssigungen* - Podiumsgespräch mit Adrienne Goehler

18:45-19.45 Pause

19.45-21.00 Grundeinkommen für freie Künstler? Podiumsgespräch mit Michael Opielka

(20.00 Aufführung im Theatersaal: Massimo Furlan: Sono qui per l'amore)

21.00 Performance im Studio: PostTheater: Napoleon D.



* Adrienne Goehler: “Verflüssigungen”, Wege und Umwege vom Sozialstaat zur Kulturgesellschaft,
Campus Verlag, Frankfurt/Main 2006

Sonntag 14.12.


10:00 – 10:30 Einleitung Jan Deck
„Ökonomie als Thema zeitgenössischer Theaterformen“

10:30 – 13:00 „Ökonomie in zeitgenössischen Theater“
Tischgespräche mit Max Schumacher, Gabriele Osswald, Judith Wilske

13:00-14:00 Mittagspause

14:00 – 17:00 Workshops

W1: Andreas Liebmann

W2: Jochen Roller: "Perform Performing" - Tanz und Ökonomie


17:00 - 19:00 Pause

19:00 Abfahrt zum Gallustheater

20:00 Performance im Gallustheater: paradiesmedial: Wir werden siegen!

anschließend Publikumsgespräch






Gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Medienpartner: Journal Frankfurt



ReferentInnen


Jan Deck ist Geschäftsführer von laPROF, ansonsten freier Regisseur und Dramaturg. Seit 2008 ist er gemeinsam mit Natalie Driemeyer Leiter des Forum Diskurs Dramaturgie, einer Arbeitsgruppe der Dramaturgischen Gesellschaft.

Adrienne Goehler ist freie Kuratorin und Publizistin. Sie war u.a. Präsidentin der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Berlin. In ihrem 2006 erschienenen Buch „Verflüssigungen“ zeichnet sie einen Gegenentwurf zur gängigen politischen Praxis, die Kulturelle Kreativität als ungenutzes gesellschafliches Potential ignoriert.

Barbara Gronau ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft an der FU Berlin. Zudem arbeitet sie als freie Kuratorin und Dramaturgin.2008 kuratierte sie das internationalen Festival "Palast der Projekte© - zum Verhältnis von Theater und Ökonomie" im Berliner HAU.

Katja Hergenhahn ist Leiterin der Theaterschule Bohnus in Frankfurt. Neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehört dabei „Business Theater“ zu ihren Schwerpunkten. Außerdem ist sie Mitglied der Impro-Theatergruppe „Ampere Theater“.

Andreas Liebmann ist freischaffender Autor, Theatermacher und Performer. Dabei erarbeitete er in den letzten Jahren hauptsächlich Performances mit der von ihm mitgegründeten Gruppe GASTSTUBE°

Michael Opielka Professor für an der Fachhochschule Jena, sowie Geschäftsführer des Instituts für Sozialökologie in Königswinter. Er war bereits in den achtziger Jahren ein sozialpolitischer Vordenker und gilt als Erfinder der Idee des „garantierten Grundein­kommens“.

Alexander Opitz ist Vorsitzender des Bundesverbandes freier Theater und Geschäfts­führer des Landesverbandes Freier Theater Baden-Württemberg.

Gabriele Osswald ist Mitbegründerin von zeitraum_ex!t - Büro für Kunst und des Festivals „Wunder der Prärie“

Patrick Primavesi ist Professor für Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig.
Sein Buch „Das andere Fest. Theater und Öffentlichkeit um1800“ erschien vor kurzem
im Campus Verlag.

Jochen Roller ist Choreograf und Tänzer. Seit 1997 enstanden zahlreiche Tanz­performances, unter anderem die Solo-Trilogie „perform performing“, die sich mit der Ökonomie von Tanz und Tänzern beschäftigt. Seine Produktionen touren weltweit.
Als Dozent unterrichtete er u.a. im Libanon, in Costa Rica, Singapur und Russland.
Seit 2007 kuratiert er das Tanzprogramm von Kampnagel Hamburg.

Max Schumacher ist Regisseur, Dramaturg, Produzent und Kurator für darstellende Künste. 1999 gründete er „post theater“ in New York, seitdem tourt er mit der Gruppe weltweit. Seit 2003 kuratiert er außerdem das Festival darstellender Künste der brandenburgischen Kunstinitiative Rohkunst-bau.

Angelika Sieburg ist Vorsitzende von laPROF und Mitgegründerin des „Wu Wei Theater Frankfurt“.

Melanie Suchy ist freie Journalistin mit Schwerpunkt Tanz und schreibt regelmäßig für die Fachzeitschriften Tanzjournal, ballet-tanz, ballett intern, für K.West und das Kulturportal des Goethe-Instituts sowie für die Tageszeitungen Rheinische Post und Wiesbadener Kurier.

Kathrin Tiedemann ist seit August 2004 künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin des Forum Freies Theater in Düsseldorf.

Gordon Vajen ist Intendant und Künstlerischer Leiter des Theaterhaus Frankfurt, einer freien Spielstätte für Kinder- und Jugendtheater mit mehreren eigenen Ensembles.

Judith Wilske ist Ökonomin und freie Regisseurin. Sie hat Theaterarbeiten entwickelt, die unterschiedliche Formen von Schauspieler-Zuschauer-Beziehungen untersuchen. Dabei entstanden u.a. „Why do you shop?“ und ihr aktuelles Projekt „Kinder zu Unternehmern“.


Performances


post theater [new york / berlin / tokyo]:Napoleon D. - Frankfurt Version

Freitag 12.12. und Samstag 13.12. 21 Uhr Studio Mousonturm

"Napoleon D." ist eine Show über Männer, Pop, Provinz und das Internet.
Napoleon Dynamite, der Protagonist des gleichnamigen US-amerikanischen Films ist auf seiner High School ein echter „Nerd". Doch auf einer Wahlkampfveranstaltung für die Schulsprecherwahl gelingt es Napoleon, die ganze Schule mit einem grotesk-großartigen Tanz zu überraschen. Diese Tanzszene aus dem Film hat im Internet einen Kultstatus erlangt. Fast 10 Millionen haben sie auf YouTube gesehen. post theater hat drei Berliner und zwei Frankfurter Choreographen eingeladen, dieses pop-kulturelle Phänomen und den „sexy" Tanz von Napoleon zu interpretieren. Aber das Stück reflektiert auch die Ökonomie des Theaters: Der beste Performer wird vom Publikum prämiert und darf die Abendkasse mit nach Hause nehmen.

Konzept / Regie: Max Schumacher (post theater) // Medienkunst / Design: Hiroko Tanahashi (post theater), Yoann Trellu // Choreografie: Martin Clausen (TwoFish), Mathieu Burner & Nabih Amaraoui, Clint Lutes, Norbert Pape und Susanne Zaun // Performer: Martin Clausen, Christian Schwaan, Jan Schiele, Norbert Pape und Matthias Meppelink // Technische Leitung: Fabian Bleisch

Tanz-Performance
Karten und Infos: www.mousonturm.de


paradiesmedial: »Wir werden siegen!«
nach Texten von Peter Licht und Kurt Tucholsky
Sonntag, 14.12. 20:00 Uhr Gallustheater

Wie bereits in den vorangegangenen Theaterarbeiten von »paradiesmedial« verbinden sich auch hier Film und Bühne szenisch. Das Medium Film eröffnet dabei Einblicke in die Komplexität der Charaktere und deren Wahrnehmung / Projektion.
»Wir werden siegen! - Vom Ende des Kapitalismus - Augen der Großstadt« ist eine Choreographie zwischen Bühnengeschehen und zwei Leinwänden, zwischen den Texten Peter Lichts und Kurt Tucholskys. Die Bühne zeigt die Akteure während einer unruhigen Nacht, im Wachen, Träumen und in der Zeit dazwischen. Ihre Erinnerungen und ihre Träume sehen wir als Film
Nach »Wüste Zeiten« und »shake...macbeth« ist dies die dritte Produktion, die »paradiesemedial« bei uns herausgebracht hat.
Von und mit: Ariane Klüpfel, Valerie Lecarte, Dietmar Bertram, Christoph Stein
Konzept/ Berarbeitung und Regie: Maria Piniella
Filmgestaltung: Tobias Hornig

Karten und Informationen: www.gallustheater.de


Symposion und Festival: Stop teaching! Neue Theaterformen mit Kindern und Jugendlichen

4. - 7. September 2008 im Künsterhaus Mousonturm Frankfurt/Main

Gegenwärtig werden neue Theaterformen, Performance und Tanz zunehmend mit Kindern und Jugendlichen erarbeitet, die als Akteure und als Experten ihres Alltags ernst genommen werden. So entstehen Freiräume für Kreativität jenseits pädagogischer Zielvorgaben. Die Veranstalter wollen diese Tendenz mit konkreten Beispielen zur Diskussion stellen und nach innovativen Konzepten fragen. Dazu soll ein Symposion mit Fachleuten beitragen, auch mit Blick auf eine veränderte Theaterlandschaft, in der die Arbeit an ungewohnten Formen, Darstellungs- und Verhaltensweisen immer
wichtiger wird.


Referenten beim Symposion: Brigitte Dethier (Junges Ensemble Stuttgart), Wiebke Dröge (tanzlabor21 Frankfurt), Kai-Michael Hartig (Körber Stiftung), Lutz Kessler (Dramaturg), Antonia Lahmé (Heimspielfonds Bundeskulturstiftung), Prof. Dr. Hans-Thies Lehmann (Theaterwissenschaftler Universität Frankfurt), Jan Linders (Dramaturgie/lunatiks produktion), Eva Meyer-Keller (Performance/Regie), Maria Magdalena Ludewig (Regisseurin), Sibylle Müller (Dramaturgin), Nicole Peisl (The Forsythe Company), Pascale Petralia (Theater Victoria/Gent), Tobias Rausch (lunatiks produktion), Joachim Reiss (Bundesverband Darstellendes Spiel), Heike Riessling-Schärfe (PWC-Stiftung), Katrin Richter (Spinnwerk Leipzig), Ilka Rümke (lunatiks produktion), Ilona Sauer (ASSITEJ), Sigrid Scherer (BHF-Bank Stiftung), Imanuel Schipper (Dramaturg/Rimini Protokoll), Maren Simoneit (Dramaturgin bei Judith Wilske), Veit Sprenger (Performer/Showcase Beat le Mot), Dr. Gerd Taube (Kinder- und Jugendtheaterzentrum der BRD), Gundula van den Berg (TUSCH Frankfurt), Prof. Dr. Florian Vaßen (Theaterpädagogik Universtität Hannover), Prof. Dr. Kristin Westphal (Ästhetik und Bildung), Kay Wuschek (Intendant Theater an der Parkaue/Berlin).


Aufführungen:

Der Räuber Hotzenplotz von Showcase Beat le Mot (Mousonturm 3.9. 20 Uhr/ 4.9. 11 Uhr)

Herder in Motion/Hallo, hört Ihr mich? Zwei Tanzstücke von Nicole Peisl/Herder Boys (Herderschule 4.9. 20 Uhr)

That night follows day von Tim Etchells/Victoria (Mousonturm 5./6.9. 20 Uhr)

Wir sind Zukunft - Perspektive Hamburg von Maria Magdalena Ludewig (Mousonturm 5.9. 18 Uhr)

highQ. Gehirne in Hochgeschwindigkeit von lunatiks produktion (Mousonturm 6./7.9. 18 Uhr)

KARTEN FÜR DIE AUFÜHRUNGEN: hier klicken

Eine Veranstaltung von laPROF Hessen und dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt und dem Künstlerhaus Mousonturm, gefördert von der Hessischen Theaterakademie dem Amt für Wissenschaft und Kunst der Stadt Frankfurt und dem Hesischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst


Kuratiert von Jan Deck und Dr. Patrick Primavesi.

ANMELDUNG: info@laprof.de

Programm (Stand 27.8.2008)
Mittwoch 3.9. 2008

20:00 Saal: Showcase Beat le Mot: Der Räuber Hotzenplotz


Donnerstag 4.9. 2008

11:00 Saal: Showcase Beat le Mot: Der Räuber Hotzenplotz

INFOS UND KARTEN:hier klicken
18:00 - 18:15 Künstlerhaus Mousonturm: Eröffnung und Grußworte
18:15 - 19:15 Impulsvorträge: Gerd Taube und Wiebke Dröge
20:00 - 21:00 Herder Schule: Nicole Peisl/ Herder Boys:
Herder in Motion/Hallo, hört Ihr mich?




Freitag 5.9. 2008 Künstlerhaus Mousonturm:

10:00 - 12:30 Diskussionsrunde: Kontexte / Ästhetik – Politik – Bildung (1)
Moderation: Jan Deck und Patrick Primavesi
Statements: Brigitte Dethier, Hans-Thies Lehmann, Joachim Reiss, Veit Sprenger

12:30 - 13:30 Mittagspause

13:30 - 15:00 Besprechung von Herder Boys/Hallo hört ihr mich? (mit Beteiligten)
15:00 - 15:30 Kaffeepause
15:30 – 17:15: Kurzvorstellungen von Projekten
- Eva Meyer-Keller/Sibylle Müller (Bauen nach Katastrophen)
- Lutz Kessler (My god rides a skateboard)
- Maren Simoneit (Kinder zu Unternehmern von Judith Wilske)

17:15 - 18:00 Pause

18:00 - 20:00 Studio: Maria Magdalena Ludewig: Wir sind zukunft - Perspektive Hamburg
20:00 - 21:30 Saal: victoria/Tim Etchells: That night follows day
anschl. Talk Art zu beiden Aufführungen, Ausklang Kristallobar


Samstag 6.9. 2008 Künstlerhaus Mousonturm:

10:00 - 12:30 Diskussionsrunde: Kontexte / Ästhetik – Politik – Bildung (2)
Statements von Kai Wuschek, Kristin Westphal, Florian Vaßen, Imanuel Schipper

12:30 - 13:30 Mittagspause

13:30 - 15:00 Besprechung Wir sind Zukunft - Perspektive Hamburg (mit Beteiligten)
15:00 - 15:30 Kaffeepause
15:30 - 17:00 Besprechung That night follows day (mit Beteiligten)

17:00 - 18:00 Pause

18:00 - 20:00 Studio: lunatiks produktion: highQ-Hirne in Hochgeschwindigkeit
20:00 - 21:30 Saal: victoria/Tim Etchells: That night follows day
anschl. Talk Art zu beiden Aufführungen, Ausklang Kristallobar




Sonntag 7.9. 2008 Künstlerhaus Mousonturm:

10:00 - 11:30 Besprechung High Q (mit Beteiligten)
11:30 - 11:45 Kaffeepause
11:45 - 13:15 Institutionen (1): Theater / Schule
TuSCH Hamburg, Kai-Michael Hartig
TuSCH Frankfurt, Gundula van den Berg
ASSITEJ/ Theater und Schule in Hessen, Ilona Sauer
tanzlabor 21, Wiebke Dröge
Theater an der Parkaue Berlin/ Winterakademie, Kay Wuschek
Spinnwerk Leipzig, Katrin Richter
13:15 - 14:15 Mittagspause

14:15 - 15:45 Institutionen (2): Förderungsmöglichkeiten
UnArt, Sigrid Scherer
Heimspielfonds, Antonia Lahmé
Körber-Stiftung, Kai-Michael Hartig
PWC-Stiftung, Heike Riesling-Schärfe
15:45-16:00 Kaffeepause
16:00-17:00 Abschlussdiskussion
17:00-18:00 Ausklang in der Kristallobar/
Projektbörse für Künstler, Stiftungen, Lehrer, Institutionen etc.

18:00 - 20:00 Studio: lunatiks produktion: highQ – Hirne in Hochgeschwindigkeit


7. Deutsch-Französisches Theaterseminar

laPROF,la Cie TACA,l´Office Franco- Allemand Pour la Jeunesse (O.F.A.J.)und Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

laden ein zum

7. Deutsch-FranzösischenTheaterseminar

Auf der Grundlage des Werkes von Dario Fo und Franca Rame

Die Technik des Erzählers
Die Technik der Neutralmaske
Die Technik der Maske in der
Comedia dell Arte

Vom 18 bis zum 28 August 2008

hof-theater-tromm
Auf der Tromm 13 (Hessen)
D 64689 Grasellenbach
fon+fax 0049-6207-3323

Künstlerische Leitung:
François Dragon (F) und Jürgen Flügge (D)


La Cie T.A.C.A. und la PROF organisieren das 7. deutsch-französische Theaterseminar für darstellende Künstler im Alter von 18 bis 30. Ziel dieses Seminars ist der Austausch und die Begegnung mit einer anderen Kultur und der Perfektionierung der Techniken darstellender Kunst.

Ablauf des Seminars über 10 Tage:

1) Die Technik der Neutralmaske
2) Die Techznik der Maske in der Commedia Dell´
Arte
3) Die Technik des Erzählens
4) Inszenierung einer Szene auf Grundlage zweier Texte von Dario Fo und Franca Rame „Über Erzählungen von Frauen und andere Geschichten“ und „Die offene Zweierbeziehung“ (in deutscher und französischer Übersetzung)

Arbeit an körperlichen und stimmlichen Techniken die für die Darstellung und den künstlerischen Ausdruck wichtig sind (der mimische Ausdruck, die „Grammatik“ der Füße und des Gehens, die Dynnamik des Körpers und der Bewegung). Die Gesetze der Bewegung im Bühnenraum sind bei allen theatralischen Situationen entscheidend.

Die Technik der Maske: Vor allem wird der Teilnehmer eine gewisse Anzahl von Übungen mit der Neutralmaske machen. Die Neutralmaske ist die Grundlage aller anderen Masken. Danach folgt die Begegnung mit der Harlekin und Pantalone – Maske. Die Arbeit an der Maske ist für die Ausbildung einesjeden Darstellers, unumgänglich.

Hilft sie ihm doch sein Spiel zu sttrukturieren und zu vereinfachen. Danach werden die Teilnehmer eine Szene auf Grund der vorgeschlagenen Texte erarbeiten. Der Morgen ist für körperliches und stimmliches Trainng und das Maskenspiel vorgesehn.

Der Nachmittag und der Abend sind für die Inszenierung einer Szene aus Daro Fo´s Werk vorgesehn.
Die Ziele dieses Seminars sollen folgende Qualitäten der Teilnehmer fördern: Bühnenpräsenz, Flexibilität, auf den Partner hören und reagieren, Selbstvertrauen, Mut, Situationen außerhalb der Klisches und Allgemeinplätze vorzuschlagen. Es geht darum, in aller Freiheit eine neue Poesie des Bühnenraums und der szenischen Orte zu entdecken. Der Kurs will einerseits die Verspieltheit und andererseits die Strenge der theatralischen Technik vermitteln..
Im Verlauf dieses Seminars können die Teilnehmer durch die Begegnung mit der anderen Kultur ihren persönlichen und künstlerischen Erfahrungsschatz erweitern.

Die Technik des Bühnenerzählers

Sprache, Stimme und Präsenz- was muss der Erzähler beachten, damit sein Publikum ihm folgt. Wie schafft es der Erzähler entspannt spannend zu erzählen. Wir machen Übungen für Atem und Stimme, die uns den Weg zum Publikum ebnen.
Die Körpersprache des Erzählers - Körperspannung und gestischer Ausdruck. Wir entwickeln ein Bewusstsein des eigenen Ausdrucks über das tägliche Körpertraining, kontrollierter Einsatz von Isolationsübungen wird uns dabei helfen eine klare und erkennbare Körpersprache zu bekommen.

Wie entwickelt man eine Geschichte aus der Improvisation? Die Übungen werden uns in die Lage versetzten spontan und lustvoll Geschichten zu erfinden, unserer Kreativität freien Lauf zu lassen und unserer spielerischen Phantasie keine Grenzen zu setzen.

Der Weg von der Improvisation zum Theaterstück. Szenen aus Stücken von Dario Fo werden wir improvisiert nachspielen, um sie dann gemeinsam zu präzisieren und zu fixieren. Aus der Improvisation wird ein wiederholbarer Text, der aber noch immer so offen ist, um auch mit dem Publikum spielen zu können.


Dank der finanziellen Unterstützung des O.F.A.J. und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst konnten die Seminargebühren auf 290.-€ berechnet werden.

Diese Summe beinhaltet:
Seminargebühr
Vollpension
Haftpflichtversicherung
30% der Fahrtkosten (auf Grundlage eines Bahntickets 2. Klasse) können erstattet werden.

Bei Interesse an diesem Seminar bitte das Anmeldeformular ausgeflüllt an folgende Adresse schicken:

laPROF
co/ A. Wellano, Goldsteinstrasse 48
60528 Frankfurt

Oder email: siebwell@aol.com



Wir bitten Sie die Seminargebühr bis zu 2.Juli auf folgendes Konto zu überweisen:
Landesverband Professionelles Freies Theater Hessen e.V
Dresdner Bank Frankfurt
Kto: 0270196000 / BLZ 500 800 00
Wer nach diesem Termin bezahlt kommt auf eine Warteliste. Bei Rücktritt bis zum 1.8.08 wird die bezahlte Teilnehmergebühr bis auf eine Summe von 30.- € für Bearbeitung rückerstattet.


Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 10 Franzosen und 10 Deutsche begrenzt.

Leaving the route 3 -
Das Politische in zeitgenössischen Theaterformen

Symposion von laPROF über Ansätze jenseits klassischen Theaters

24./25. November 2007 im Künstlerhaus Mousonturm

Die Entstehung der freien Theaterszene ist untrennbar mit den politischen Bewegungen der sechziger Jahren verbunden. Beeinflusst von der alternativen Szene kamen politische Themen, sowie gesellschaftliche Minderheiten auf die Bühne. Kollektive Arbeitsweisen wurden erprobt und weiterentwickelt. Man sagte sich los vom Staats- und Stadttheater mit seinen hierarchischen Strukturen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die freie Szene etabliert und sich in vielfältige Darstellungsweisen ausdifferenziert. Durch die immer schwieriger werdende ökonomische Situation haben Anpassungen an Zuschauer- und Geldgebererwartungen an Einfluss gewonnen. In der Auseinandersetzung mit dem politischen Theater der siebziger Jahre sind jedoch auch neue Formen der Beschäftigung mit politischen und gesellschaftlichen Themen entstanden.

In den zeitgenössischen, postdramatischen Tanz- und Theaterformen ist das Politische präsent, wenn auch häufig indirekt. Es geht oft nicht mehr darum, politisches Theater zu machen, sondern man macht Theater auf politische Weise: Nicht Inhalte, sondern die Formen des Theaters, die Materialien, Darstellungsweisen, die Auswahl der Akteure, die Reflexion über den Zuschauer und die Räume, in denen man Theater macht. Diese Selbstreflexion des Theaters ist hier Grundlage für die Reflexion gesellschaftlicher Themen.

In wieweit sind Veränderungen in der Artikulation des Politischen mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen verbunden? Kann man von einer Entpolitisierung der freien Szene sprechen? Oder arbeitet politisch engagiertes Theater im Sinne der siebziger Jahre mit einem konservativ und „unpolitisch“ geworden Politikbegriff? Ist das Politische vielleicht garnicht verschwunden, hat es sich einfach nur neue Ausdrucksweisen gesucht? Und wie wird sich das Verhältnis zwischen Darstellender Kunst und dem Politischen weiterentwickeln?

Das Symposion soll das Politische im zeitgenössischen Theater aufspüren und nach Kontinuitäten und Brüchen seit den siebziger Jahren suchen. Darstellende KünstlerInnen, TheaterwissenschaftlerInnen, sowie interessiertes Publikum sind dazu herzlich willkommen. Wie immer gilt auch dieses Jahr unsere besondere Einladung interessierten LehrerInnen, die auch bei dieser Veranstaltung wieder IQ -Punkte erhalten. Denn diese Fragestellung ist für das Theater mit oder für Kinder- und Jugendliche von besonderer Relevanz.
Timetable

Samstag, 24.11. 2007


10.00- 17.30 mit Pause

Forum Darstellender KünstlerInnen Hessen: „Politik und mein Theater“

In diesem „Forum“ sollen Darstellende KünstlerInnen aus Hessen über den Stellenwert des Politischen in ihrer künstlerischen Arbeit diskutieren. Dazu sind alle herzlich eingeladen, gerne auch interessierte ZuhörerInnen. Für das Bereitgestellte Büffet bitten wir um einen Kostenbeitrag von 5 Euro pro Person.

Moderation: Ulrike Krickau (freie Journalistin)

Statements zum Thema haben bisher angekündigt:

TEXTxtnd (Frankfurt)
Angelika Sieburg (Wu Wei Theater/Frankfurt)
Lars Schmid (red park/Frankfurt)
Ludwig Maria Vogl-Bienek (Illuminago/Limburg a.d. Lahn)
Rolf Michenfelder (German Stage Service/Marburg)
Willy Praml (Theater Willy Praml/Frankfurt)
Jürgen Flügge (Hof Theater Tromm)
Heike Scharpf (klimaelemente/Frankfurt)
Franziska Lüdtke (Theater Gegenstand/Marburg)
Cornelia Niemann (freie Schauspielerin/Frankfurt)
Matthias Naumann (manche(r)art/Frankfurt)
Stepháne Bittoun (Regisseur und Schauspieler/Frankfurt)
Reinhard Hinzpeter (Freies Schauspiel Ensemble/Frankfurt)
Stefan Hölscher (Regisseur/Giessen)
Werner Zülch (Aktionstheater Kassel)
Ann Dargies (Theater Transit/Darmstadt)
Andre Schallenberg (Regisseur/Giessen)
Vertreter vom Theaterhaus Rüsselsheim
Wiebke Dröge (Tänzerin und Choreografin/Frankfurt)


17.30- 18.00 Pause

18.00 – 20.00 Workshop Die Politik des Körpers

Verschiedene künstlerische Strategien des zeitgenössischen Tanzes vermitteln gesellschaftliche Themen über den Körper. Im Workshop soll es darum gehen, einen Einblick in diese Arbeitsweise zu geben. Zwischen Vortrag, Demonstration und gemeinsamen Ausprobieren. Näheres in Kürze unter www.laprof.de

20.00 Theaterprogramm Mousonturm

Ab 21.30 Ausklang im Foyer der Naxoshalle



Sonntag 25.November 2007

10.00– 10.30 Grussworte

10.30– 11.00 Jan Deck (Geschäftsführer laPROF) Das Politische in zeitgenössischen Theaterformen- eine Einleitung

11.00– 13.00 Podiumsdiskussion zum Thema, moderiert von Patrick Primavesi und Jan Deck:
Kurze Vorträge von Henning Fülle, Peter Danzeisen und Astrid Griesbach .

13.00– 14.30 Mittagspause

14.30 – 16.30 Weiterführung der Podiumsdiskussion
Kurze Vorträge von Miriam Dreysse, Hofmann und Lindholm und Jan Linders

16.30-17.00 Pause

17.00-19.00 Weiterführung der Podiumsdiskusion

19.00-20.00 Pause

20.00 Theaterprogramm Mousonturm

Ab 20.00 Ausklang im Naxoshalle



Eintritt Samstag. 5 Euro Umkostenbeitrag (mit Büffet)

Eintritt Sonntag: 12 Euro / ermäßigt 8 Euro/ Mitglieder laPROF haben freien Eintritt

Anmeldung und Informationen: info@laprof.de oder 069-15024673


Information für LehrerInnen: Für die Teilnahme am Symposion vergeben wir 20 Punkte für LehrerInnen im Rahmen der IQ-Fortbildungsangebote .


ReferentInnen



Henning Fülle ist freischaffender Dramaturg, Autor und Produzent in Berlin und freier Mitarbeiter bei verschiedenen Kultur- und Theaterinstituten u.a. in Berlin und Brandenburg. Bei Festival „Politik im Freien Theater“ 2005 war er verantwortlich für den „Diskurscontainer“, bei dem die Frage diskutiert wurde, welche Bedeutung die ‚freie' Produktion im Hinblick auf eine politische Bedeutung von Theater hat.

Peter Danzeisen war Schauspieler am Schauspiel Frankfurt zur Zeit von Peter Palitzsch in den siebziger Jahren, ehemaliger Leiter der Theaterschule Gessner Allee in Zürich.

Astrid Griesbach ist seit 1992 Künstlerische Leitung des Theater des Lachens Frankfurt / Oder und Mitbegründerin des daraus entstandenen „Theater des Lachens“ Berlin, das sie seit 1999 leitet.
Die freie Schauspielgruppe machte mit eigenwilligen Inszenierungen Furore: Mit „Dantons Tod“ und „Antigone“ war sie unter anderem bei den Festivals UNIDRAM Potsdam und IMPULSE zu Gast, sowie beim Festival Politik im Freien Theater in Stuttgart (1999) und in Hamburg (2002). 2005 entwickelte sie ein Stück über das Kommunitische Manifest.

Hannah Hofmann und Sven Lindholm realisieren als „Hofmann & Lindholm“ seit 2000 interdisziplinäre Projekte an der Schnittstelle zwischen Theater und Bildender Kunst im In- und Ausland. Dabei erforschen sie Strategien der gesellschaftlichen Aneignung und individuellen Selbstbehauptung. Ihre Fragestellungen und Interventionen münden in Theaterabende, Videoinstallationen, Filmarbeiten und Lecture-Performances. Sie sind Begründer des „Büros für Angewandte Kulturvermittlung“ (Köln).

Miriam Dreysse lehrt seit 1997 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft. Ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind zeitgenössisches Theater und Performance, gender studies, Aufführungs- und Filmanalyse. Sie hat am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft studiert und am Theater als Dramaturgin und als Regieassistentin u.a. bei Einar Schleef gearbeitet.

Jan Linders ist freier Dramaturg, Autor und Regisseur. Er hat mit Robert Wilson, Heiner Müller und Chris Kondek zusammengearbeitet. Im Januar 2008 hat sein neues Projekt, dass er gemeinsam mit lunaktiks produktion realisiert, Premiere am schauspiel frankfurt: „High Q“ arbeitet mit mit sogenannten „hochbegabten Kindern“ und versucht diese Bezeichnung als soziale Zuschreibung zu entlarven, die häufig von ideologischen Interessen bestimmt werde.

Patrick Primavesi ist wissenschaftlicher Assistent am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der JWG-Universität Frankfurt. Er ist Autor zahlreicher Texte zu theaterwisenschaftlichen Themen. Zudem hat er an Projekten von Einar Schleef, Alfred Kirchner, William Forsythe, Danièle Huillet und Jean-Marie Straub mitgearbeitet.


Eine Veranstaltung des Landesverbandes Professioneller Freier Theater Hessen e.V. (laPROF)

www.laprof.de

Kuratiert von Angelika Sieburg und Jan Deck

Konzeptuelle Mitarbeit: Martin Esters, Ludwig-Maria Vogl
Organisatorische Mitarbeit: Andreas Wellano, Rebecca Barthel

Layout: Christine Kummer (kummerdesign)


Wir danken Martin Baasch (Mousonturm) und Patrick Primavesi (Institut für Theater-, Film-und Medienwissenschaften) für ihre Unterstützung bei der Realisierung des Symposions.


Gefördert mit den Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst

Medienpartner: Journal Frankfurt

Workshop und Theaterbesuch für Schülerinnen und Schüler:

William Forsythe und der neue Tanz

Schülerinnen und Schüler haben gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit, etwas über die Arbeit des weltbekannten Choreografen William Forsythe und seinem Ensemble, sowie über Denkweisen des zeitgenössischen Tanzes zu erfahren.

Dazu werden die Dramaturgin Freya Vass-Rhee und die Tänzerin Nicole Peisl, beide Mitglieder der Forsythe Company, Einblicke in die Arbeit von Forsythe geben. Die Veranstaltung ist auf Schülerinnen und Schüler ausgerichtet und funktioniert im Dialog mit dem Publikum. Die Fragen und Kommentare werden dabei einbezogen.

Anschließend kann gemeinsam die neue Forsythe-Neuproduktion angeschaut werden. Die Kosten für die Beteiligten liegen bei 8 Euro, was noch deutlich unter dem normalen reduzierten Eintrittspreis liegt.


Montag, den 7. Mai 2007

Workshop: 17:30-19:00
Ort: Labsaal (großer Raum mit Fensterfront im EG) an der Bockenheimer Landstraße 121, direkt gegenüber der Uni-Bibliothek
Eintritt frei

Stück: 20 Uhr
Ort: Bockenheimer Depot
Eintritt 8 Euro (bei Vorbestellung)

Bitte melden sie die genaue Anzahl der Teilnehmer bis zum Donnerstag, den 26.4. bei Jan Deck (0176-24025333) oder jan.deck@gmx.de

Eine gemeinsame Veranstaltung der Forsythe Company und des Landesverband Professionelles Freies Theater Hessen mit freundlicher Hilfe des Schultheaterstudio Frankfurt und des Tanzlabor_21/Tanzplan Frankfurt Rhein_Main.

www.laprof.de
www.theforsythecompany.de

Leaving the route 2: Die Rolle des Zuschauers:
vom Einfühlen zur Distanz zum Teilnehmen


Symposion von Laprof über Ansätze jenseits klassischen Theaters

Wann : So. 8.10 sowie Sa. u. So. 28./29.10. 2006 ab 10.30 Künstlerhaus Mousonturm FFM

Kuratiert von Angelika Sieburg und Jan Deck


Die Rolle des Zuschauers

Laprof, der Landesverand professionelles freies Theater Hessen e.V., veranstaltet zum zweiten Mal ein Symposion über Ansätze jenseits klassischen Theaters. Ziel ist es, neuere Theaterformen zu diskutieren und beim Publikum bekannt und verständlich zu machen. Außerdem geht es darum, angesichts sich ständig verändernden darstellerischen Ausdrucksformen die Frage nach dem Theater wieder zu stellen.

Inhalt unseres ersten Symposions war der Blick zu diversen Konzepten, die vom klassischen Theater abweichen. In diesem Jahr wollen wir die Rolle des Zuschauers in den Fokus unser Betrachtungen rücken. Im klassischen Theater galten die Zuschauer als passive Rezipienten, die sich mit dem Bühnengeschehen einfühlend identifizieren und das Theater wurde in diesem Zusammenhang als Nachahmung von „Wirklichkeit“ konzipiert. Seit Brechts epischem Theater rückt der Zuschauer jedoch immer mehr in den Mittelpunkt theatraler Diskussion und Praxis. Stichwort“ Aktiver Zuschauer“, der Distanz zum Geschehen auf der Bühne herstellt, wach und kritisch betrachtet und hinterfragt. Im zeitgenössischen, sogenannten postdramatischen Theater ist der Zuschauer oft Hauptaugenmerk der Aufführung, ja Teilnehmer.

Dabei wird auch vom Zuschauer eine neue Form der Offenheit verlangt. Nicht nur, dass man die alten Erwartungen, für sein Geld unterhalten zu werden oder etwas abschließend erklärt zu bekommen, über Bord werfen sollte. Man wird bisweilen angesprochen, beleidigt, zum mitmachen animiert ,und es wird versucht Zwang auszuüben. Um zu verstehen, dass es sich dabei nicht um bloße Schikane eines verrückt gewordenen Künstlers handelt, muss man am Besten vorbereitet und nach allen Seiten offen in solch ein Stück gehen. Und wissen, dass solche Theaterexperimente selbst offene Zuschauer hervorbringen. Diese Offenheit zu fördern und Lust darauf zu machen um zukünftige Zuschauer nicht nur auf diese Situation vorzubereiten, sondern ihnen dabei Erkenntnis und Amüsement zu ermöglichen, ist unser Ziel.

Natürlich sind wieder engagierte LehrerInnen und Theaterpädagogen eine wichtige Zielgruppe. In einer aktuellen Umfrage, die vom Kinder- und Jugendtheaterverband ASSITEJ in Auftrag gegeben wurde, gibt es ein hohes Interesse an praktischer Theaterarbeit in den Schulen. Das Symposion soll auch LehrerInnen als Hilfestellung dienen, die TheatergängerInnen von morgen auf das vorzubereiten, was sie im Theater des neuen Jahrtausend erwarten kann. LehrerInnen sind deshalb ganz besonders aufgefordert, an unserem Symposion , teilzunehmen, sowie an den Workshops alles praktisch zu erfahren und angesprochen ist auch wie beim letzten Mal unser Publikum, alle Kollegen , sowie die Studierenden der Schauspielkunst, der Theater und Medienwissenschaft.

Das Symposion wird im Frankfurter Mousonturm stattfinden und in Kooperation mit dem plateaux-Festival für junge Regie. Damit sind wir mit Ort und Zeitpunkt absolut am Puls der Zeit. Dies erklärt auch unser zweiteiliges Symposion, eine inhaltliche Klammer um das Festival. Im ersten Teil soll den einführenden Vorträgen zur Rolle des Zuschauers von den Anfängen des Theaters bis heute von Prof. Lehmann und Frau Prof. Weiler die Vorstellung der aktuellen plateaux-Projekten von den Akteuren selbst folgen. Im zweiten Teil können Zuschauer des Festivals anhand der Vorträge über das gesehene reflektieren bzw. in den Workshops ähnliche Dinge ausprobieren. Festival und Symposion bieten somit gemeinsam eine kombinierte Einführung in zeitgenössische Theatertheorie und – Praxis :

I : Vorträge hören, II : Aufführungen sehen, III : das gehörte und gesehene praktisch erfahren


Programm:


Sonntag 8.10.2006

10.30 Begrüßung

10.45-12.15 Hans- Thies Lehmann: ANSPRECHEN - Theater als Konflikterzeugung (nach Brecht)".

12.15-13.45 Christel Weiler: zuschauen und handeln. über neue perspektiven für zuschauer

15.00-17.00 plateaux-Vorstellung

Kurator Jan-Phillip Possmann erläutert das Konzept von plateaux

Oblivia (FIN) und Litó Walkey (CAN/D) stellen ihre Stücke vor

18.00-20.00 Workshop mit dem Wu Wei Theater Frankfurt : Zuschauerenergie,sehen, gesehen werden.


Samstag 29.10.06

10-18 Uhr Workshops

1: Max Schumacher: Expect Expectation

2: Heike Scharpff: Die spezifische Beziehung zum Publikum

3. David Lakein: Bridging the gap

Wir bitten um Anmeldung für die Workshops bis spätestens 20.10. Sie sind jeweils auf 20 TeilnehmerInnen limitiert.


Sonntag 29.10.06

10.30-11.00 Begrüßung und Grußworte

11.00-12.30 Florian Malzacher: "there is a name for people like you - rollen des publikums."

12.30-14.00 Stefan Kaegi: Von ferngesteuerten Zuschauern und transplantierten Experten.
Stefan Kaegi zeigt und kommentiert seine und andere Arbeiten von Rimini Protokoll.

15.00-16.30 Carl Hegemann: Durch Leiden lernen. Der Zuschauer und das zeitgenössische Theater

16.30-18.00 Patrick Primavesi: Berühren und Bewegen. Randgänge theatraler Praxis.


Workshops:
WS 1: Max Schumacher: "Expect Expectation"

Wie inszeniere ich meine Inszenierung? Das Spiel mit der
Erwartungshaltung der Zuschauer beginnt lange, bevor der Zuschauer
einen Performance-Raum betritt. Max Schumacher von post theater [new
york / berlin / tokyo] hat mit zahlreichen Produktionen dieses Spiel
weltweit augetestet. In einem Workshop stellt er verschiedene Methoden
vor, wie Theaterschaffende einen interaktiven Prozess mit ihrem
Publikum zielgerichteter gestalten können. Dabei vertritt er die These,
dass PR und Marketing keine neoliberalen Schimpfwörter sein müssen,
sondern künstlerisches Instrumentarium werden können, dass neue
Arrangements / Dispositive von Performern und Publikum ermöglicht.
Die Workshopteilnehmer werden anhand konkreter Beispiele solche
Prae-Performance-Methoden ausprobieren.

WS 2: Heike Scharpff : Die spezifische Beziehung zum Publikum

Das Publikum und das Theater sind zwei voneinander abhängige Größen:
Ohne Publikum kein Theater. Ohne Theater kein Publikum. Eine abhängige
Beziehung, die sich auf vielfältige Weise gestalten lässt. Die frontale Präsentation
einer fertigen Show von der Bühne herunter ist nur eine von vielen Möglichkeiten der Beziehungsgestaltung. Viele Weitere sind denkbar.
Gibt es überhaupt eine Trennung zwischen Bühne und Publikum? Spielen die
Schauspieler zwischen den Zuschauern? Sitzen sie sogar neben ihnen? Oder wandern sie
gemeinsam durch die Stadt? Warum wählen wir eine Konstellation bei einem bestimmten
Thema genau so und nicht anders? In diesem Workshop probieren wir ausgehend von
einem Thema verschiedene Konstellationen der Beziehung zwischen Schauspielern und
Zuschauern aus und erfahren deren Wirkung. Dabei suchen wir nach Versuchsaufbauten,
die dem Zuschauer für das spezifische Thema eines Theaterprojekts spannende
Fragen aufwerfen und in keiner Weise beliebig sind. Gerade für die Theaterarbeit
in schulischen Zusammenhängen können diese Überlegungen und Erfahrungen
sehr inspirierend sein. Die Teilnehmer können gern Themen und Konzepte, die
sie in Zukunft verwirklichen wollen, zur Diskussion und zum Ausprobieren in den
Workshop mitbringen.

Heike Scharpff, freie Regisseurin & Dipl-Psychologin, Mitgründerin der
Waggonhalle Marburg und des Theaterlabels klimaelemente. Sie inszeniert
sowohl in freien Zusammenhängen als auch in großen Theaterhäusern, meist
selbst entwickelte Texte & Projekte..

Workshop 3: Davis Lakein: Bridging the gap

Part Interactive Seminar, Participatory Workgroup, and Coaching
Laboratory, “Bridging the Gap” will explore the diversity of forms and
levels of engagement that audience participation takes in performance
situations. We will look at what factors influence the way and extent to which an
audience is made to feel invited~encouraged ~incited to participate
actively and partake~involve themselves~ join in unequivocally in a
performance. What circumstances create an environment where the audience members not
only feel an integral part of the performance event, but also that they
have a significant part in shaping their own experience? And what
happens to the texture of their involvement and degree of commitment
when in addition they have a sense of shared responsibility in
determining the route and outcome of the performance?
We will journey into the great landscape between knowing & not knowing
that unconventional performances often inhabit and ask: How can
uncertainty and confusion narrow the conventional divide between
audience members and performers? How can ambiguity and mystery
transform the relationship into one where everyone is investing and
risking equally, having as much to gain or lose?Specific performance examples
will be used as triggering mechanisms and
launching pads for writing adventures, role-playing games, movement
explorations and philosophical discussions. Come prepared to have fun.

David Lakein ist interdisziplinärer Performance-Künstler und Choreograf. Seine Arbeiten sprengen die Grenzen zwischen Theater, Tanz und Performance-Kunst. Sein größtes Interesse gilt dabei dem Körper, er benutzt Kostüme, Requisiten und Text, um eigene erzählerische Kontexte herzustellen. Oft arbeitet er mit anderen Regisseuren, Komponisten, Musiker, Bühnenbildnern und Lichtdesignern zusammen. Seine Arbeiten, u.a. sein neustes Solo „planet hope“, werden in Europa und den USA gezeigt.

Preise:

Symposion beide Tage + Workshop 45 Euro , ermäßigt 35 Euro (MitgliederInnen laprof 25 Euro)

Workshop einzeln 35 Euro, ermäßigt 25 Euro (MitgliederInnen 15 Euro)

Symposion pro Tag 10 Euro, ermäßigt 6 Euro, (MitgliederInnen 5 Euro)


Anmeldung: info@laprof.de oder 069-15024673



Information für Lehrer: Das Symposion hat vom IQ 30 Punkte zugeschrieben bekommen


Hans-Thies Lehmann ist Professor für Theaterwissenschaften an der JWG Universität Frankfurt/Main. Mit seinem Buch "das postdramatische Theater" hat er diesem Begriff, der mittlerweile allgemein gebräuchlich ist, als Beschreibung zeitgenössischer Theaterpraktiken in die Diskussion gebracht.

Christel Weiler ist Akademische Rätin am Institut für Theaterwisssenschaft der FU Berlin mit dem Schwererpunkt Aufführungsanalyse, zeitgenössisches Theater in Theorie und Praxis. Außerdem ist sie freie Dramaturgin.


Carl Hegemann ist Dramaturg an der Volksbühne Berlin und ist Autor verschiedener Bücher und Texte mit Themen rund um Kultur und Gesellschaft.

Florian Malzacher ist Chefkurator des Festivalprogramms des Steirischen Herbstes, sowie Autor verschiedener Texte zum zeitgenössischen Theater.

Stefan Kaegi ist ist Theaterregisseur und Teil der Gruppe "Rimini-Protokoll". Anstatt Dramen zu inszenieren, entdeckt er das Theatralische im Alltag. Die Annäherung an seine Themen geschieht dokumentarisch.

Patrick Primavesi ist wissenschaftlicher Assistent an der JWG Universität in Frankfurt.




Wir bitten um Anmeldung für die Workshops bis spätestens 20.10. Sie sind jeweils auf 20 TeilnehmerInnen limitiert.


gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

In Kooperation mit dem Künsterhaus Mousonturm

LaPROF

Landesverband professionelles freies Theater Hessen e.V.