Projekt ZUKUNFT 2016

Für eine Erhöhung der Fördermittel für die Freien Darstellenden Künste Frankfurts um 2 Millionen Euro

Ein Positionspapier von laPROF, Frankfurter Theaterallianz und ID_Frankfurt
zur Kommunalwahl 2016

Die Freien Darstellenden Künste Frankfurts sind seit Jahren immer wieder im Fokus der öffentlichen Debatte. Seit dem Bericht der Perspektivkommission aus dem Jahr 2012 hat es eine sehr kontroverse Diskussion gegeben. Es ist ein großer Erfolg, dass das Kulturamt in Zusammenarbeit mit den freien Frankfurter Künstlerinnen und Künstlern (als Konsequenz dieser Auseinandersetzungen) ein neues Fördermodell entwickelt hat. Damit dieses Fördermodell wirkungsvoll und zukunftsorientiert umgesetzt werden kann, müssen die Fördermittel für die Freie Szene dringend um mindestens 2 Millionen Euro erhöht werden.

Wir sind der Ansicht, dass allein eine Fördermittelerhöhung um mindestens 2 Millionen Euro die Voraussetzung schafft, um zum einen die notwendige Infrastruktur der Freien Spielorte professionell zu sichern und auszustatten; und zum anderen eine freie Projektarbeit für Frankfurter Künstlerinnen und Künstler zu ermöglichen, die qualitativ hochwertig und professionell ist und von der man auch leben kann. In diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass die Lebenshaltungskosten, vor allem steigende Mieten, deutlich höher sind als in anderen Kommunen.

Frankfurt am Main präsentiert sich international als weltoffene Stadt in einer starken Metropolregion, in dem das Kulturangebot zur Lebensqualität gehört. Sie wirbt mit Argumenten einer wachsenden Stadt, die produktiv und offen ist „hervorragende Kultur- und Freizeitangebote bietet. Mit steigenden Gewerbesteuereinnahmen und Einwohnerzahlen entwickelt sich diese Metropole im Kontext von Vision und Machbarkeit. Menschen ziehen hierher, um zu arbeiten und zu leben.“

Die Freien Darstellenden Künste tragen wesentlich zur Attraktivität der Stadt und der Metropolregion bei. Sie bringen sich in besonderem Maße in die Stadtentwicklung ein: durch künstlerische Projekte in Theatern und im öffentlichen Raum, Festivals, Angebote zur kulturellen Bildung und vieles mehr. Um diese Effekte zu erhalten, muss die Vielfalt der Szene gesichert und ausgebaut werden.

Insgesamt besteht die Frankfurter Theaterlandschaft aus Theatern in städtischer Trägerschaft (wie z.B. das Schauspiel Frankfurt), institutionell geförderten Privattheatern (wie z.B. das Fritz-Rémond-Theater), Freien Theaterhäusern, Ensembles und freien Darstellenden Künstlern. 37 Prozent aller Theaterveranstaltungen in Frankfurt finden in Freien Theatern und an freien Kulturstätten statt; dabei sind die Veranstaltungen von Freien Frankfurter Künstlerinnen und Künstlern im Mousonturm nicht mit eingerechnet, da der Mousonturm in städtischer Trägerschaft geführt wird. 21 Prozent aller Theaterbesucher nehmen das vielfältige Angebot der Freien Szene wahr.

Insgesamt werden die Darstellenden Künste in Frankfurt mit 70,9 Millionen Euro gefördert. Davon stehen für die Freie Szene 1,8 Millionen Euro zu Verfügung – das sind 2,5 Prozent des Gesamtvolumens. Dieser Anteil an der Gesamtförderung steht in eklatantem Widerspruch zur kulturellen Leistung der Freien Szene für die Stadt und die Region. Es ist höchste Zeit, dass dieses Missverhältnis aufgehoben wird, bevor die Freie Szene durch Arbeitsüberlastung, Verschleiß, Auszehrung und Abwanderung zerstört ist.

Eine wichtige Kritik an den Frankfurter Förderpraktiken war immer, dass einige Spielorte gar nicht oder unzureichend gefördert werden und Einzelprojekte zu wenig Geld erhalten. Für eine professionelle, qualitativ hochwertige Einzelproduktion sind mindestens 25.000 Euro notwendig. Die bisherige Förderhöhe für Einzelprojekte liegt im Spitzenbereich zwischen 7.000 – 10.000 Euro, bis auf wenige Ausreißer nach oben.

Falls der neue Beirat zukünftig benötigte höhere Förderbeträge beschließt, werden entweder von den bisher ca. 70 geförderten Projekten im Jahr bestenfalls 10-15 übrig bleiben. Oder es müssen für die Szene wichtige Spielstätten geschlossen werden, um Projekte zu finanzieren. Beides kann nicht Sinn eines neuen Fördersystems sein, das Erhalt und Weiterentwicklung der Freien Darstellenden Künste in Frankfurt erreichen soll. Ein Beirat muss durch seine Entscheidungen und Empfehlungen gestalten können und darf nicht Armutsverwaltung betreiben oder Kahlschlag verantworten müssen.

Wenn es nicht möglich ist, die Fördermittelerhöhung für die Freie Szene aus dem bestehenden Kulturetat aufzubringen, so schlagen wir vor, nach dem Vorbild anderer deutscher Großstädte, eine Kulturtaxe einzuführen: Eine Kulturtaxe, die für Touristen in Frankfurt pro Übernachtung abgerechnet wird. Bei 2,8 Millionen Übernachtungsgästen pro Jahr könnte eine Taxe von 1-2 Euro pro Nacht eine nennenswerte Summe sein, um den Kulturetat besser auszustatten.

1. Wir fordern eine Erhöhung der Fördermittel für die freien Darstellenden Künste um mindestens 2 Millionen Euro.

2. Die Frankfurter Stadtregierung soll sich dafür einsetzen, dass der Kulturfonds RheinMain zum Teil nach dem Modell des Hauptstadtkulturfonds umgestaltet wird, um nennenswerte Förderbeträge für Projekte und Festivals aller Kunstsparten zu finanzieren, mit festen Budgets und Einreichungszeiten.

3. Die Idee des Kulturcampus sollte schnell und im Sinne der ursprünglichen Idee umgesetzt werden. Das bedeutet, dass sowohl Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, also auch alle anderen geplanten Institutionen dort angesiedelt werden. Dazu muss schnellstmöglich ein Konsens mit der Landesregierung gesucht werden.

4. Aus dem Produktionszuschuss freier Theaterarbeit sollten neben den Proben auch Aufführungen finanziert werden können.

5. Alle Proberäume müssen gleichermaßen und im vollen Umfang vom Kulturamt finanziert werden.

6. Wir fordern eine Realisierung und Finanzierung der Konzeption eines „Offenen Haus der Kulturen“ im bald umziehenden Studierendenhaus. Dort sollen nach dem Vorbild des Z–Zentrum für Proben und Forschung auch Proberäume für die Freien Darstellenden Künste eingerichtet werden.

7. Wir begrüßen die Idee eines kommunalen Kinder- und Jugendtheaters, sofern die Gelder dafür nicht aus dem erhöhten Etat der Theaterförderung für die Freien Darstellenden Künste genommen werden. Zudem sollte das Haus eine künstlerisch zeitgenössische Ausrichtung bekommen und mit Ensembles der Freien Darstellenden Künste kooperieren. Das Theater muss ganz und gar unabhängig vom Schauspiel Frankfurt sein.

8. Die Stadtregierung muss dafür sorgen, dass Frankfurt ein lebendiger Ort urbaner Künste wird, in dem unterschiedliche Formen ihren Platz bekommen. Dazu gehört, öffentlichen Raum zu erhalten, ihn als Spielraum für die Darstellenden Künste anzuerkennen, sowie Projekte im öffentlichen Raum gleichwertig zu finanzieren. Aber auch Maßnahmen zu ergreifen, um steigenden Lebenshaltungskosten und Gentrifizierungsprozessen durch gezielte Interventionen zu begegnen.

Frankfurt am Main, im Mai 2015

Beratung für freie Darstellende Künstler_innen

Neues laPROF-Kulturbüro mit umfassenden Angebot für hessische Kolleg_innen

Eine wichtige Idee von laPROF war, dass die Erhöhung der hessischen Landesmittel dazu führen sollen, die Tanz-, Theater- und Performancekünstler_innen im Land bei wichtigen Themen zu beraten. Das neue laPROF-Kulturbüro wird diese Funktion erfüllen. Unser neuer Mitarbeiter Hartmut Nawin-Borgwald ist ein langjähriger, erfahrener Produzent und Organisator in unserem Bereich. Er wird zukünftig als Berater für laPROF tätig sein.

Das laPROF_Kulturbüro wird für alle Künstler_innen eine kostenlose telefonische Erstberatung ermöglichen. Mitglieder von laPROF haben zusätzlich exklusiv die Möglichkeit, eine kostenfreie, umfassende und individuelle Unterstützung in den genannten Bereichen vom Kulturbüro zu erhalten. Für Nicht-Mitglieder ist eine umfassendere Unterstützung durch das Kulturbüro kostenpflichtig, es kostet in diesem Falle stündlich 50 Euro (plus Mehrwertsteuer).Über das Beratungstelefon werden grundsätzlich keine rechtsverbindlichen Auskünfte erteilt. Im Zweifel ist immer ein kundiger Rechts- oder Steuerberater hinzuzuziehen.

Man erreicht ihn vom Montag bis Freitag von 14-17 Uhr unter der Nummer 069/894950 oder unter der Mailadresse: info@bfftheater.de

Das Beratungsspektrum umfasst folgendes:

  • Hilfe zur Selbst- und Büroorganisation, Finanzwesen
  • Analyse der künstlerischen Ausrichtung mit einhergehender Beratung nach geeigneten Spielorten, Aquise.
  • Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Hilfe und Unterstützung bei Gestaltung von Gastspielverträgen und Bühnenanweisungen
  • Beratung bezüglich Bühnenverlage, Aufführungsverträge und -rechte, Nutzung von Pressekritiken, auch auszugsweise, auf eigener Website.
  • Rechtliche Bedingungen für die zusätzliche Nutzung durch Veranstalter.
  • GEMA
  • Künstlersozialkasse
  • Projektmanagement / Produktionsmanagement
  • Erfahrungsvermittlung der eigenen, jahrelangen Managementtätigkeit.
  • Antragswesen: Anträge auf Fördermittel, deren Verwendung bzw. Verwendungsnachweise
  • Nachbereitungen und Perspektiven nach erfolgreich abgeschlossenem Projekt.
  • Bindung von Zielpublikum

Auschreibung Projekt tanz + theater machen stark

Projektskizzen für Projekte mit Kindern und Jugendlichen bis zum 15.5.2016 einreichbar

Der Bundesverband Freier Theater ist im Herbst 2012 als Programmpartner des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) entworfenen Programms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" ausgewählt worden. Insgesamt wählte eine Jury im Auftrag des BMBF 35 Verbände und Initiativen aus, die über einen Zeitraum von fünf Jahren (2013 - 2017) Teilprogramme des Gesamtvorhabens realisieren sollen.

Im Rahmen von "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" sollen lokale Bündnisse von mindestens drei Partnern initiiert werden, die sich an benachteiligte Kinder und Jugendliche richten. Der Bundesverband Freier Theater hat dafür das Programm »tanz + theater machen stark« konzipiert.

Die Projekte der ersten Ausschreibungsfristen des Programmes »tanz + theater machen stark« laufen bereits. Die nächste Auschreibungsfrist rückt auch schon näher: Bis zum 15. Februar 2016 können Projektskizzen für Vorhaben, die ab Sommer 2016 starten sollen, eingereicht werden.

Weitere Informationen und Dokumente werden fortlaufend auf dieser Website eingestellt.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm und zu den bereits bewilligten Konzepten finden Sie auch unter:

buendnisse.freie-theater.de/de

Workshop zum Urheberrecht am 24.11. 10-18 Uhr

laPROF läd Rechtsanwältin Sonja Laaser nach Frankfurt ein

laPROF freut sich zum präsenten und brisanten Thema Urheberrecht einen Workshop anbieten zu können.Wir haben dafür die Berliner Rechtsanwältin Sonja Laaser gewinnen können.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl bitten wir um schnelle Anmeldung (Infos Anmeldung/Teilnahmebedingungen). Für Mitglieder von laPROF ist die Teilnahme kostenlos. Nicht-Mitglieder zahlen eine Gebühr von € 50,00.

Außerdem sind Eure Fragen aus der eigenen Praxis nicht nur willkommen, sondern gewünscht. Gerne könnt Ihr uns bis zum 15.11.2015 Eure urheberrechtlichen Fragen sowie einen Link zu Eurem Internetauftritt gemeinsam mit Eurer Anmeldung zu dem Workshop zusenden.

Wer exemplarische Seiten seiner Webauftritte im Rahmen des Workshops „kostenlos“ checken lassen will erklärt bitte zusätzlich sein Einverständnis bei Anmeldung und Nennung der Webseite.

Anmeldungen bitte per eMail an Hartmut Nawin-Borgwald: info@bfftheater.de

Workshop zum Urheber- und Internetrecht im Bereich der Darstellenden Künste

Am Dienstag, 24.11.2015 von 10:00 bis 18:00 Uhr (einschl. Pause) in Frankfurt,

Bergerstr. 316, Theaterstudio von Katja Hergenhahn

Teilnehmerbegrenzung: auf 15 bis max. 20 Personen

Der Workshop „Urheber- und Internetrecht im Bereich der Darstellenden Künste“ gliedert sich in zwei Teile.

Im ersten Teil werden die Grundlagen des Urheberrechts anhand von Beispielen aus der Praxis gemeinsam mit den Teilnehmern erörtert. Im zweiten Teil wird das Recht im Internet umrissen und beispielhaft anhand von den Homepages und Facebookauftritten der Teilnehmer besprochen.

Erster Teil des Workshops: Urheberrecht im Bereich der Darstellenden Künste

Es stellt sich immer wieder die Frage, wie kreative Leistung geschützt werden kann. Wer hat das Urheberrecht an einem mit mehreren Leuten gemeinsam entwickelten Konzept? Und wie kann sich der Urheber eines Werkes wehren, wenn seine Texte, Bilder und Inszenierungsentwürfe ohne Erlaubnis verwendet werden?

Urheberrecht kann aber nicht nur schützen, sondern auch kreative Prozesse begrenzen. Kunst- und Kulturschaffende können Urheberrechte verletzen, wenn sie fremde Materialien (Bilder, Texte, Musik und Videos) im Rahmen der eigenen Werkproduktion verwenden. Wie verhält es sich beispielsweise, wenn fremde Texte ohne Erlaubnis des Urhebers zitiert werden? Bedarf es bereits bei einer zwei minütigen Musikwiedergabe im Rahmen einer Inszenierung einer kostenauslösenden Anmeldung bei der GEMA? Dürfen Fotos der Inszenierung in den sozialen Netzwerken, von der Presse oder den Veranstaltern verwendet werden?

Zweiter Teil des Workshops: Recht im Internet

Im zweiten Teil des Workshops werden die rechtlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Internet dargelegt (Streaming, Framing, Verlinkung, Download, eigener Internetauftritt). Wie verhält es sich mit der Impressumspflicht oder der Pflicht einer Datenschutzerklärung? Darf ich Fotos, auf den eine andere Person abgebildet ist, auf meiner Internetseite oder auf Facebook hochladen? Darf ich Pressezitate auf meiner Seite wiedergeben? Darf ich Fotos von meiner Inszenierung auf meiner Internetseite hochladen? Diese und andere Fragen werden anhand der Internetauftritte der Teilnehmer erörtert.

Anmeldung und Teilnahmebedingungen:

Die Teilnahme an dem Workshop ist für Mitglieder von laPROF kostenlos. Nicht-Mitglieder zahlen eine Gebühr von € 50,00. Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung unter info@bfftheater.de bis zum 15.11.2015, danach öffnen wir für eine eventuelle Warteliste.

Überweisung der Teilnehmergebühr bis zum 15.11. auf das Konto von:

laPROF Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste Hessen e.V.

IBAN: DE57 5008 0000 0270 1960 00, BIC: DRESDEFFXXX

Verwendungszweck: Seminar Urheberrecht

Außerdem sind Eure Fragen aus der eigenen Praxis nicht nur willkommen, sondern gewünscht. Gerne könnt Ihr uns bis zum 15.11.2015 Eure urheberrechtlichen Fragen sowie einen Link zu Eurem Internetauftritt gemeinsam mit Eurer Anmeldung zu dem Workshop zusenden.

Referentin:

Sonja Laaser ist als Rechtsanwältin in der Kanzlei Hager & Partner in Berlin tätig und berät seit vielen Jahren Kunst- und Kulturschaffende in juristischen und konzeptionellen Fragen. Aktuell engagiert sie sich als Vorstand des Künstlernetzwerks „Kunstlabor am Tower“ und bietet eine juristische Erstberatung für Kreative im Rahmen des Performing Arts Programm (LAFT) an. Zuvor war sie unter anderem Geschäftsführerin des Ballhaus Ost sowie Referendarin in der Berliner Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und in einer international tätigen Kanzlei im Bereich Urheberrecht. Neben ihrer juristischen Tätigkeit arbeitet Sonja Laaser als Dramaturgin. 2014 schloss sie ihr Studium als Master of Arts (M.A.) an der HfS Ernst Busch ab.

Verpflegung:

Kostenlos für alle Teilnehmer Kaffee, Tee, Mineralwasser, Obst, Snacks.

Die Verpflegung für die Mittagspause ist nicht unentgeltlich und kann über eine nahegelegene Pizzeria organisiert werden.

Fragen zu Workshop, Anmeldung etc. bitte direkt an Hartmut Nawin-Borgwald (Kultur-/Beratungsbüro laPROF), Tel. 069 - 89 49 50, eMail info@bfftheater.de

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ab Frankfurt Hbf oder Konstabler Wache U 4 Richtung Enkheim, Station Bornheim Mitte, anschl ca. 10 Minuten Fußweg

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