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Weitere 30 Millionen: Hessen startet zweites Kulturpaket

Aufgrund der andauernden Pandemie und dem zweiten Lockdown hat die hessische Landesregierung ein zweites Kulturpaket beschlossen. Dabei werden 30 Millionen investiert, um der Situation gemäß gezielt Hilfsmaßnahmen zu tätigen. Dabei setzt Ministerin Angela Dorn auf weitere Projektstipendien für Künstler*innen, Liquiditätshilfen für Kultureinrichtungen und Spielstätten, Beratungsangebote der Kulturverbände sowie ein Programm für Open-Air-Kultur in den Sommermonaten.

Die Maßnahmen im Einzelnen im Wortlaut der Presseerklärung:

Vielfalt der Kultureinrichtungen bewahren: Das Spielstättenprogramm im ersten Kulturpaket hat Einrichtungen auf dem Weg in die erste Wiedereröffnung unterstützt. Jetzt sind sie erneut geschlossen und werden zunächst nur mit Einschränkungen wiedereröffnen können. Deshalb legen wir ein Programm zur Liquiditätssicherung von Theatern, Kinos und Musikspielstätten auf. Es zielt im Kern darauf ab, die Mindereinnahmen auszugleichen, die bei kulturellen Veranstaltungen mit eingeschränkten Publikumszahlen entstehen, so dass es sich für Spielstätten eher lohnt, auch für weniger Zuschauerinnen und Zuschauer zu öffnen. Es soll Bundesprogramme wie etwa die Überbrückungshilfen III und das angekündigte Zukunftsprogramm Kino III ergänzen, die eine ähnliche Zielrichtung haben, aber die Lücken nicht vollständig füllen werden. Es lehnt sich an Modelle etwa in Bayern und Nordrhein-Westfalen an. Um auch jenen Spielstätten zu helfen, die im Sommer ohnehin eine schwache Einnahmesituation haben, bezieht das Programm diese kritische Phase bis September mit ein. Vorgesehen sind 10 Millionen Euro, das Programm startet, sobald die Bundeshilfen konkret bekannt sind.

Künstlerische Arbeit ermöglichen und Strukturen stärken: Die Arbeits- und Projektstipendien des ersten Kulturpakets haben vielen Künstlerinnen und Künstlern geholfen, ihre Arbeit fortzusetzen. Der Bund plant mit der Neustarthilfe erstmals eine Unterstützung von Soloselbstständigen, die vielen Kreativen helfen wird, aber immer noch Lücken aufweist beispielsweise für Künstlerinnen und Künstler, die Selbstständigkeit, befristete Engagements und Teilzeit-Anstellung verbinden. Das neu konzipierte Brückenstipendium ergänzt diese Mittel, soll Lücken schließen und baut den Kulturschaffenden eine finanzielle Brücke in die Zeit nach der Pandemie. Das Stipendium wird allen freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern offenstehen, unabhängig von einer Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (KSK). Insgesamt 3.600 Stipendien à 2.500 Euro werden über die Hessische Kulturstiftung vergeben, die bereits beim ersten Kulturpaket ihre Erfahrungen eingebracht hat und von vielen Antragstellenden gelobt wurde. Es vereint die niedrige Schwelle der Arbeitsstipendien aus dem ersten Kulturpaket mit der Idee des Projektstipendiums, innovative Projekte zu fördern. Sie sollen einen inhaltlichen Bezug zu Fragestellungen der Pandemie haben, der Vorbereitung von Projekten für nach dem Lockdown dienen oder auch den Ausfall von Engagements und Aufträgen ausgleichen.

Weil zudem die Verbände der Branche wichtige Ansprechpartner sind, um Einrichtungen und Kunstschaffende im Umgang mit den vielgestaltigen Hilfsprogrammen zu beraten, stärken wir die Verbandsstrukturen mit einem Corona-Bonus Beratung. Das soll die Verbände in ihrer Arbeit unterstützen und ihnen helfen, auch Kulturschaffende zu beraten, die nicht bei ihnen Mitglied sind. Dafür sind 300.000 Euro vorgesehen. Für Stipendien einschließlich Abwicklung sowie den Beratungs-Bonus stehen insgesamt 10 Millionen Euro zur Verfügung.

Sichere Räume schaffen: Ins Freie! Die Pandemie lässt kaum Voraussagen für den Kulturbetrieb in Innenräumen zu, etwa in Theatern, Kinos und Konzertsälen. Freilichtveranstaltungen dagegen können im Sommer mit großer Wahrscheinlichkeit unter Einhaltung der Hygieneregeln stattfinden. Unser Förderprogramm unterstützt den Aufbau neuer und die Erweiterung bestehender Open-Air-Spielstätten sowie pandemie-kompatibler Pop-Up-Spielstätten. Damit bekommen Künstlerinnen undKünstler Auftrittsmöglichkeiten, technisches Personal und Dienstleister erhalten Aufträge und das Publikum bekommt endlich wieder kulturelle Angebote. Ins Freie! soll im Februar für die Spielzeit Mai bis September starten; hierfür sind insgesamt 10 Millionen Euro vorgesehen.

Die gesamte Presseerklärung findet sich hier

Foto: PublicDomainPictures auf Pixabay

Autor

Jan Deck ist Politikwissenschaftler, lebt in Frankfurt/Main und arbeitet als freier Dramaturg, Regisseur und Kurator. Seit über zehn Jahren arbeitet er für den hessischen Landesverband laPROF, seine Schwerpunkte sind Lobbyarbeit, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Veranstaltungen. Er ist Mitglied verschiedener Juries und Beiräte, kuratiert Tagungen, Festivals und Labore. Als Herausgeber und Autor beschäftigt er sich mit verschiedenen Aspekten von Kunst und Gesellschaft.