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laPROF-Seminar: Performative Formate in öffentlichen Räumen

Raus ins freie 3 -Performative Formate in öffentlichen Räumen

Online-Seminar mit Nana Melling / Anne Mahlow, Johanna Steindorf und Anne Benner / Zoe Ainos

In Kooperation mit dem Festival Noctural Unrest

Datum: 24.5.2021  /  12 bis 15 Uhr

Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei

Im Kontext unserer Seminarreihe wollen wir uns bei Raus ins Freie 3 mit performativen und zeitgenössischen Formen von darstellenden Künsten im öffentlichen Raum beschäftigen.

Was muss bei einem Audiowalk bedacht werden? Woher kommt der Strom bei einem Video-Walk? Wie kann künstlerische Partizipation über Videokonferenzen organisiert werden? Was sind die technischen Bedingungen dieser Formate und was darf auf keinen Fall vergessen werden?

Unter anderen diese Fragen werden drei Künstlerinnen/Kollektive beantworten, die Arbeiten beim Festival Nochtural Unrest zeigen, und ihre Erfahrungen mit uns teilen. Johanna Steindorf hat den Audio-Walk The Strange Half-Absence of Wandering at Night erstellt, der an der jeweiligen Haustür der Teilnehmenden beginnt. Der Diskurs-Video-Walk Pretty Woman / Thats not my name von Nana Melling und Anne Mahlow nimmt die Zuschauenden mit in den öffentlichen Raum und lässt über Videos Expert*innen sicht- und hörbar werden. Das Rohmaterial für ihren Film Im Auge der Betrachterin/In the Eye of the Beholderess haben Anna Benner und Zoe Aiano in einem Online-Workshop aufnehmen lassen. Die Teilnehmer*innen erhielten eine Liste mit Anweisungen, wie sie in ihre jeweiligen Städte gehen und filmen sollten.

Im Rahmen eines Wissensaustauschs beschreiben drei Künstlerinnen/Kollektive des Noctural Unrest, was für die Erarbeitung ihrer Formate notwendig ist. Die drei Produktionen dienen als best-practice Beispiele und die Künstlerinnen stehen für weitere Fragen zur Verfügung. Ein interaktiver Austausch auf Grundlage der Bedürfnisse und Fragen der Teilnehmenden ist ausdrücklich erwünscht.

Moderiert wird die Veranstaltung von Svenja Polonji und Jan Deck.

Die Veranstaltung wird in deutscher Sprache stattfinden. Es wird englische sowie deutsche Untertiel geben. Technischen Support erhältst du bei Bedarf per E-Mail an tech@nocturnal-unrest.de. Außerdem gibt es jederzeit die Möglichkeit, eine Person aus unserem Awareness-Team anzusprechen. Hinweise dazu werden dir per Mail zugeschickt.

Anmeldungen bis zum 22.5.2021 an: jan.deck@laprof.de

Notwendige Angaben für die Anmeldung: künstl. oder org. Tätigkeit, Ort und Tel.-Nr. für evtl. erforderliche Kontaktaufnahme.

Der Workshop findet über Zoom statt. Die Zugangsdaten schicken wir Euch rechtzeitig zu.

Anne Mahlow und Nana Melling verbindet eine langjährige, enge Zusammenarbeit und Recherche in den Themenfeldern Performance und Bewegtbild, Erzählweisen und Machtmechanismen der Filmindustrie, sowie eine Auseinandersetzung mit feministischen Diskursen. Sie haben sich 2012 im Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen kennengelernt und zusammen verschiedene Recherche- und Performance-Projekte realisiert, wie beispielsweise Bildstörung / Interference (ARENA Festival 2016). Gemeinsam mit Asja Mahgoub, Janna Pinsker und Sara Hasenbrink verbinden sie ihr Interesse an Film und feministischen Perspektiven in dem Diskurs-Video-Walk Pretty Woman / That’s not my name.

Anna Benner und Zoe Ainos gemeinsamer Film Black&White gewann 2018 den If/Then Pitch des Tribeca Film Institute. All Her Dying Lovers, der Schwestern-Animationsfilm zum gleichen Thema, feierte 2020 bei den Hot Docs Premiere und wurde kürzlich in der New York Times Op Docs-Sektion veröffentlicht.

Johanna Steindorf ist Medienkünstlerin, hat in Rio de Janeiro und Köln studiert und ihre Doktorarbeit zum Audio-Walk als künstlerische Praxis und Methode an der Bauhaus-Universität in Weimar geschrieben. Neben ihrer künstlerischen Arbeit lehrt sie auch als Dozentin u.a. an der Uni Köln. Geboren in Ecuador, aufgewachsen in verschiedenen Ländern, lebt sie seit 2006 in Deutschland. Die eigenen Erfahrungen fließen in ihre Arbeit ein, die sich mit Geschlecht, Migration und dem öffentlichen Raum, vor allem aber mit dem Umherschweifen darin, beschäftigen und dabei auch die Themen Nacht und Dunkelheit berühren.

Das Seminar findet in der Reihe “Wissensaustausch” statt, die vom Fonds Darstellende Künste gefördert wird. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Foto: profikollektion: Kampf um die Häuser/ Katja Kämmerer

Autor

Jan Deck ist Politikwissenschaftler, lebt in Frankfurt/Main und arbeitet als freier Dramaturg, Regisseur und Kurator. Seit über zehn Jahren arbeitet er für den hessischen Landesverband laPROF, seine Schwerpunkte sind Lobbyarbeit, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Veranstaltungen. Er ist Mitglied verschiedener Juries und Beiräte, kuratiert Tagungen, Festivals und Labore. Als Herausgeber und Autor beschäftigt er sich mit verschiedenen Aspekten von Kunst und Gesellschaft.