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Neuer Lockdown der Kultur?Appelle an Landesregierung

Die Pandemie-Situation entwickelt sich zunehmend problematisch. Wieder wird über Lockdowns und die Absage von Kulturveranstaltungen spekuliert. Was zukünftig in Hessen gelten soll wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Im diesem Zusammenhang gibt es aus der Frankfurter Theaterszene Appelle an die Landesregierung, statt pauschalen Lösungen differenziert zu entscheiden und zunächst mit der Szene in Kommunikation zu treten.

Die Frankfurter Theaterallianz, ein Zusammenschluss von Aufführungsorten in der Mainmetropole, hat sich mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Bouffier,  Ministerin Dorn und die Parteien im hessischen Landtag gewandt. Die Kultureinrichtungen seien für die Corona-Situation mit Steuergeldern umgerüstet und könnten bei 2G+ mit Masken am Platz, Abstands- und Hygienekonzept und vergleichsweise geringer Besucherzahl ein sicherer Ort sein als Geschäfte. Die Theaterallianz plädiert für Kommunikation und die gemeinsame Arbeit an Konzepten bevor die Zuschauer*innen wieder vor verschlossenen Türen stehen würden: „Wir nehmen unsere Mit-Verantwortung für die Gesellschaft gerade auch in der pandemischen Lage ausgesprochen ernst. Aber nicht nur Kinder und Jugendliche brauchen Ansprache und lebendige, erfüllende Freizeitgestaltung. Jeder Mensch braucht das. Kunst und Kultur sind ein Lebenselexier jeder Gesellschaft“.

Vor wenigen Tagen hat sich zudem Bernd Loebe, Intendant der Frankfurter Oper, in einem Schreiben an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gewandt. Darin setzt sich Loebe ebenfalls dafür ein, zwischen Freizeit- und Kultureinrichtungen zu unterscheiden und letztere nicht vollständig zu schließen. Die Oper habe bei der letzten Schließung 6000 ihrer Abonnenten verloren und dieser Anteil wachse weiter.  

Die Erklärung der Theaterallianz findet man hier 

Foto: Geralt bei Pixabay

 

 

Autor

Jan Deck ist Politikwissenschaftler, lebt in Frankfurt/Main und arbeitet als freier Dramaturg, Regisseur und Kurator. Seit über zehn Jahren arbeitet er für den hessischen Landesverband laPROF, seine Schwerpunkte sind Lobbyarbeit, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Veranstaltungen. Er ist Mitglied verschiedener Juries und Beiräte, kuratiert Tagungen, Festivals und Labore. Als Herausgeber und Autor beschäftigt er sich mit verschiedenen Aspekten von Kunst und Gesellschaft.